Die Kandidatenfindung der FPÖ für die Bundespräsidentenwahl war von Verwirrung geprägt. Warum es Norbert Hofer geworden ist, erklären der blaue Chefideologe Andreas Mölzer und der FPÖ-nahe Historiker Lothar Höbelt im "Ö1-Morgenjournal".
Die Kandidatenfindung der FPÖ für die Bundespräsidentenwahl war von Verwirrung geprägt. Warum es geworden ist, erklären der blaue Chefideologe Andreas Mölzer und der FPÖ-nahe Historiker Lothar Höbelt, der das Amt mit einem "Grüßaugust" verglich, im "Ö1-Morgenjournal"
Die Kandidatur .
Hofer sei das "freundliche Gesicht der FPÖ" und stelle kein besonderes Risiko dar, da er danach nicht aus der Politik ausscheiden wird. Die Verwirrung um den Kandidaten war wohl auch ein Stück weit gewollt, um das mediale Interesse hochzuspielen und zu zeigen, dass die Personaldecke in der FPÖ nicht so dünn ist wie immer kolportiert.
Nicht der ideale Kandidat
Für den FPÖ-nahen Historiker Lothar Höbelt sei Norbert Hofer zwar kein idealer Kandidat, aber "ideal ist nur der liebe Gott". Hofer stehe inhaltlich konsequent für die freiheitlichen Ideale und sei trotzdem bürgernah und sehr umgänglich. Quasi das "freundliche Gesicht der FPÖ".
Musste überredet werden
Laut Höbelt ist es ganz klar, dass man Hofer zur Kandidatur erst überreden musste: "Das muss man bei allen, weil das ist ja nicht unbedingt etwas, das man gern macht, sich da so in einen Persönlichkeitswahlkampf zu werfen. Gerade wenn man von einer schweren Behinderung genesen ist."
Bundespräsident eh nur "Grüßaugust"
Noch dazu sei das Amt nicht besonders attraktiv. Da gebe es zwar ein paar Dinge, die man im Hintergrund beeinflussen könne, aber: "Im Wesentlichen ist [der Bundespräsident] ein Grüßaugust, der zum tausendsten Jahrestag von Hinterstinkenbrunn ausrücken muss."
Dass Hofer Mitglied einer Burschenschaft ist, tut für Höbelt nichts zur Sache, für Mölzer ist es sogar ein Grund, ihn zu wählen. Der Historiker ist da noch zwiegespalten: "Ach, wahrscheinlich würd ich Hofer wählen, im zweiten Wahlgang dann Khol."
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Norbert Hofer, jüngster BP-Kandidat der Geschichte
Norbert Hofer wird dieses Jahr 2016 erst 45 Jahre alt. Er ist damit der jüngste Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten in der Geschichte Österreichs. Er ist verheiratet und hat vier Kinder.
Aufgewachsen ist Hofer im Südburgenland, er hatte eine glückliche Kindheit bis eines seiner vier Geschwister an Krebs verstorben ist. Er erlernte den Beruf des Triebwerkstechnikers und arbeitete bei der Lauda-Air. Auch im Privatleben begeisterte er sich für die Luftfahrt.
Seine politische Karriere startete er im burgenländischen Gemeinderat, wo er bis zum FPÖ-Klubdirektor aufstieg. Seit 2005 ist Hofer Vizeparteiobmann der Freiheitlichen und somit Stellvertreter von Heinz-Christian Strache. Seit 2013 übt er die Funktion des Dritten Nationalratspräsidenten aus.
Bei einem Paragleitunfall 2003 wurde Norbert Hofer schwer an der Wirbelsäule verletzt und ist seitdem behindert, er hat ein inkomplettes Querschnittssyndrom.