Politik

Streit um Asylwerber, FPÖ Neusiedl verliert Mitglieder

Heute Redaktion
13.09.2021, 19:51

Paukenschlag im Burgenland: Die FPÖ-Regionalmanagerin Maria Nakovits und fünf weitere Personen verließen nach heftiger Kritik die freiheitliche Partei.

FPÖ-Regionalmanagerin Maria Nakovits hat genug von ihrer alten Partei. In einer Presseaussendung am Montagabend verkündete die ehemalige Stadtpoarteiobfrau, dass sie und fünf weitere Mitglieder die Partei verlassen hätten und erhob dabei gleichzeitig schwere Vorwürfe in Richtung der FPÖ-Landesspitze.

Heftige Kritik an der FPÖ-Burgenland

Die Gründe für ihren Parteiaustritt sieht Nakovits vor allem in der

Ortsgruppe Neusiedl selbst, aber auch Landeshauptmannstellvertreter Johann Tschürtz, Landesrat Alexander Petschnig und Landtagsabgeordnete Karin Stampfel hätten bei ihren Überlegungen eine Rolle gespielt.

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Grundsätzlich zeigte sich Nakovits von der Arbeitsweise der burgenländischen FPÖ schwerst enttäuscht: "Je weniger ehrlich man ist und je weniger Demut man hat, umso schneller kommt die Karriereleiter in der Politik hinauf. Genau das habe ich in der FPÖ, in der Landespolitik, gesehen."

Auch dass immer wieder Zusagen der Landespartei zu verschiedensten Projekten ohne Begründung zurückgenommen wurden, habe die Burgenländerin zunehmend frustriert.

Parteikritik wegen freiwillig helfendem Asylwerber

In ihrer Austrittsbegründung spricht Nakovits auch von zwei weiteren brisanten Fällen, die sie letztlich mit zu dem Schritt bewogen hätten. Beim Bürgerfest am 1. Mai hatte ein Asylwerber freiwillig geholfen, später sei ihr aber zugetragen worden, dass dieser Umstand für große Irritationen bis hinauf in die höchsten Landesparteispitzen gesorgt hätte. "Sowas passt ja nicht zur FPÖ, musste ich mir sagen lassen" so Nakovits in ihrer Presseaussendung.

Dieser Fall sei laut Nakovits aber auch nicht der einzige gewesen, bei der es zu Konflikten innerhalb der Partei gekommen wäre. Auch für Kooperation der FPÖ-Neusiedl mit einem Schnitzelhaus, dessen Besitzer ausländische Wurzeln habe, hagelte es laut Nakovits Kritik von der Landespartei. Mit derartigen Positionen wolle sich Nakovits allerdings "nicht länger in Verbindung bringen lassen".

Bereits Wochen vor ihrem Parteiaustritt sah sich Nakovits außerdem dazu gezwungen ihre Facebook-Accounts aufzuräumen. Hintergrund: FPÖ-nahe Facebook-"Freunde" hätten immer wieder rechtsextremistische Inhalte oder Kommentare auf ihrer Seite gepostet.

Nakovits über FPÖ: "Eine klassische Funktionärspartei"

Ein weiterer Umstand, der Nakovits besonders schwer aufstieß, sei ihre Einschätzung gewesen, dass die FPÖ genau das sei, was diese immer der SPÖ und der ÖVP vorwerfen würde - nämlich „eine System- und Funktionärspartei klassischen Zuschnitts".

Die Landespolitik generell bekam von Nakovits in ihrer Aussendung ebenfalls eine verbale Breitseite verpasst. Aus ihrer Sicht sind ihre Kollegen auf Landesebene nämlich vollkommen überbezahlt: "Der Mangel an Sachkompetenz, strategischem Denkvermögen und Gestaltungskraft steht in einem krassen Widerspruch zu den Megagagen, die mit Steuergeld bezahlt werden".

Erste Reaktion der FPÖ: "Zelebrierter Parteiaustritt"

Angesicht der schweren Vorwürfe ließ die Replik der FPÖ nicht lange auf sich warten. Laut Alexander Petschnig, seines Zeichens Bezirksparteiobmann von Neusiedl am See, handle es sich in der Causa lediglich um einen: „öffentlich zelebrierten Parteiaustritt". Außerdem widersprach er Nakovits Behauptung, dass insgesamt sechs Parteimitglieder aus der FPÖ ausgetreten wären. „Von den sechs im Austrittsschreiben genannten Personen waren zwei keine Parteimitglieder: „Personen, die noch nicht mal eingetreten sind, können auch nicht austreten", begründet Petschnig.

Nakovits wird parteifreie Gemeinderätin

Maria Nakovits will der Politik aber auch nach ihrem Parteiaustritt noch erhalten bleiben und plant jetzt als parteifreie Gemeinderätin, weiterzumachen.

(red)

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