Politik

FPÖ-Politiker regt mit Verhaltensvideo für Asylanten...

Heute Redaktion
14.09.2021, 13:34

"Sehr geehrte Herren Asylanten" beginnt Armin Sippel (FPÖ) sein Facebook-Video. Was wohl lustig gemeint war, hat im Netz für einen Shitstorm gesorgt. Sogar internationale Medien wurden darauf aufmerksam. Daher hat es der Politiker wieder gelöscht.

"Sehr geehrte Herren Asylanten" beginnt Armin Sippel (FPÖ) sein Facebook-Video. Was wohl lustig gemeint war, hat im Netz für einen Shitstorm gesorgt. Sogar internationale Medien wurden darauf aufmerksam. Daher hat es der Politiker wieder gelöscht.

In einem Facebook-Video erklärt der Gemeinderat Asylwerbern, wie man "mit unseren Frauen" umzugehen hat.

Puppe begrapscht

Der Gemeinderat wendet sich am Anfang des Videos an die "sehr geehrten Herren Asylanten" und übermittelt ein paar Verhaltensregeln, die er für richtig hält. In seinen Augen darf man Frauen in Graz weder provokant nachschauen, noch nachpfeifen.

Falsch geschriebenes Schild

Zur besseren Veranschaulichung begrapscht Sippel nicht nur eine Schaufensterpuppe, sondern hält auch ein Schild mit "Nein" in die Kamera. Die arabische Übersetzung dazu ist allerdings falsch geschrieben. Statt dem Wort "la" (nein) steht dort "al" (ein Artikel).

Zuerst noch mit "Mein neues Video! Diesmal ein paar Verhaltensregeln für unsere Asylanten - schließlich beginnt ja gerade der Sommer!" beschrieben, änderte er später die Beschreibung um auf den massiven Shitstorm zu reagieren, den er erntete.

Video wieder von Seite entfernt

Zu guter Letzt löschte Sippel das Video wieder. "Aufgrund der völlig aus dem Ruder gelaufenen Diskussion und den persönlichen Diffamierungen gegenüber meiner Person, habe ich das Video vorerst von meiner Seite entfernt", schrieb der Politiker.

Er bedanke sich zwar "für den großen Zuspruch", stehe trotzdem aber hinter der Methode, die Themenstellung der abscheulichen Übergriffe in Köln und Darmstadt oder der vielen "täglichen Einzelfälle" in Österreich auch provokant und teilweise sarkastisch anzusprechen. Allerdings sollte die Diskussion "gesittet" vonstattengehen, gab er zerknirscht zu.



War nur Spaß

Sippel freut sich über die vielen Klicks, meint aber, dass ein Video, in dem eine Schaufensterpuppe vorkommt, "nicht vollkommen ernst zu nehmen ist". Auch die FPÖ dürfe "Satire, Sarkasmus oder was auch immer" einsetzen, um Aufmerksamkeit zu bekommen.

Deutsche Medien

Auch deutsche Medien sind auf das Video aufmerksam geworden. Sie schreiben etwa, dass Sippel selbst ein ziemlich antiquiertes Frauenbild vertritt. Am Ende des Videos sagt er: "Finger weg von unseren Frauen!", als wären österreichische Frauen Eigentum des Mannes.

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