FPÖ bestimmt neuen Partei-Chef: Kickl so gut wie fix

Abstimmung über Hofer-Nachfolger: Klubobmann Herbert Kickl am 7. Juni 2021 im Rahmen des FPÖ-Präsidiums in Wien.
Abstimmung über Hofer-Nachfolger: Klubobmann Herbert Kickl am 7. Juni 2021 im Rahmen des FPÖ-Präsidiums in Wien.GEORG HOCHMUTH / APA / picturedesk.com
Seit den Morgenstunden berät die FPÖ darüber, wer künftig auf dem Chefsessel sitzen darf. Herbert Kickl hat beste Chancen die neue Nummer 1 zu werden.

Nach dem bizarren Abgang von Norbert Hofer per Tweet, den sein eigenes Team nur Minuten später wieder löschte, stellt die Freiheitliche Partei heute die Weichen für dessen Nachfolge. Schon seit 8 Uhr morgens tagt das Parteipräsidium in Wien.

Wer auch immer die Partei übernimmt, Hofer will nicht mitbestimmen. "Das Gremium wird beraten, es wird eine kluge Entscheidung treffen. Ich werde mich aber nicht einmischen", so der scheidende Chef der Blauen laut APA bei seinem Eintreffen in der Bundesgeschäftsstelle. 

Weißer Rauch

Selbst einem Herbert Kickl, der in den letzten Wochen ordentlich öffentlich gegen seinen Parteichef ausgeteilt hatte, werde er nicht im Wege stehen. "Ich bin keiner, der irgendwem besonders lange böse sein kann", sagte Hofer weiter. Er sei froh, dass er "nach den Strapazen der letzten Jahre" jetzt ein bisschen mehr Zeit für die Familie habe.

Der FP-Klubobmann hat die besten Chancen, von der ewigen Nummer zwei nun in die Pole Position aufzurücken. Denn der Mann fürs Grobe gilt momentan als alternativlos, Gegenkandidaten hatten sich zuvor öffentlich keine gemeldet. Kickl selbst hatte im Vorfeld bereits mehrfach seine Bereitschaft signalisiert. Dabei beließ er es auch heute: "Schauen wir einmal, ob heute weißer Rauch aufsteigt".

Kritik an Kickl

Allerdings gilt es vorher noch einigem Gegenwind zu trotzen. FP-OÖ-Chef Manfred Haimbuchner ist bekanntlich kein Fan von Kickl und hatte sich in den vergangenen Tagen gegen dessen Übernahme der Partei ausgesprochen. "Das wird eine Mehrheit entscheiden. Ich werde eine bestimmte Meinung äußern."

Auch aus der Steiermark kommen zurückhaltende Töne. FP-Landesparteichef Mario Kunasek sieht in Kickl zwar einen "guten Mann", jedoch, so betont er, gebe es "auch andere Optionen". Welche das sind, ließ er aber offen. Kunasek will jedenfalls auch über "Weichenstellungen inhaltlicher Natur" debattieren.

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