Die Hitzewelle in Frankreich hat massive Auswirkungen auf die Stromproduktion des Landes. Am Sonntag (12. Juli) wurden drei Atomreaktoren vorübergehend komplett heruntergefahren, sieben weitere mussten ihre Leistung drosseln.
Betroffen sind die Standorte Golfech an der Garonne, Bugey an der Rhône sowie Chooz an der Meuse. Zusätzlich wurden je zwei Reaktoren in Saint-Alban, Blayais und Bugey sowie einer in Chooz gedrosselt.
Wie der Kraftwerksbetreiber EDF mitteilte, erfolgen die Maßnahmen aufgrund der Wetterbedingungen und zur Einhaltung der Vorschriften für die Ableitung von Kühlwasser - "und damit zum Schutz der Umwelt".
Das Problem: Atomkraftwerke nutzen Flusswasser zur Kühlung und leiten es erwärmt wieder zurück. Bei extremer Hitze werden die Flüsse ohnehin wärmer - zusätzlich aufgeheiztes Wasser würde die Ökosysteme schädigen.
Die Atomaufsichtsbehörde ASNR legt deshalb für jedes Kraftwerk Höchstwerte für die Wassertemperatur fest. EDF ist verpflichtet, die Leistung unter bestimmten Umständen zu reduzieren.
Frankreich verfügt über 57 Atomreaktoren, die rund 70 Prozent des Stroms produzieren. Alle befinden sich an Flüssen oder am Meer. Das macht die Energieversorgung besonders anfällig für extreme Wetterbedingungen.
Es ist bereits die dritte Hitzewelle innerhalb von zwei Monaten, die Frankreich heimsucht. Schon bei der zweiten Hitzewelle im Juni musste EDF Reaktoren herunterfahren. Ein Reaktor in Tricastin war zwischenzeitlich gedrosselt, läuft aber seit dem späten Nachmittag wieder normal.