Frankreich kämpft gerade mit einer extremen Hitzewelle. Wegen der hohen Temperaturen hat der Kraftwerksbetreiber EDF das Atomkraftwerk Golfech im Süden des Landes heruntergefahren. Der Grund dafür sind laut EDF "Umweltbedingungen". Das Wasser im Fluss Garonne, das zur Kühlung der Reaktoren verwendet wird, droht den Grenzwert von 28 Grad zu überschreiten. Das Kraftwerk nimmt Wasser aus der Garonne auf, kühlt damit die Reaktoren und leitet das erwärmte Wasser dann wieder zurück in den Fluss.
Einer der beiden Reaktoren in Golfech war schon wegen Wartungsarbeiten abgeschaltet. Der zweite Reaktor wurde in der Nacht auf Dienstag ebenfalls heruntergefahren, damit der Fluss nicht noch wärmer wird. Die Behörden haben den Grenzwert von 28 Grad schon 2006 festgelegt, um Pflanzen und Tiere im Fluss zu schützen. Wegen der anhaltenden Hitze könnte EDF auch in anderen Atomkraftwerken, wie etwa in Bugey im Landesinneren, die Produktion zurückfahren.
Bei solchen Hitzeperioden passiert es regelmäßig, dass einige der insgesamt 57 Atomkraftwerke in Frankreich gedrosselt werden, damit die Flüsse nicht zu stark aufgeheizt werden. Bisher betrifft das aber nur 0,3 Prozent der gesamten Stromproduktion. Experten meinen, dass diese Ausfälle durch die immer häufigeren Hitzewellen – verstärkt durch den Klimawandel – bis 2035 auf 1,4 Prozent steigen könnten.
Seit letzter Woche ächzt Frankreich unter einer Hitzewelle, wie sie das Land noch nie erlebt hat. Seit Montag gilt für mehr als die Hälfte des Landes die höchste Hitzewarnstufe Rot. In vielen anderen Regionen ist die zweithöchste Warnstufe ausgerufen worden. Damit sind etwa 90 Prozent der Bevölkerung von gefährlich hohen Temperaturen betroffen.
Der Wetterdienst hat für Dienstag Temperaturen von bis zu 44 Grad im Südwesten Frankreichs vorausgesagt. In den letzten Tagen wurden mehrere Hitzerekorde gebrochen: Am Montag war der heißeste Nachmittag seit Beginn der Messungen. Im Schnitt lag die Höchsttemperatur im ganzen Land bei 37,8 Grad. Der bisherige Rekord von 37,7 Grad stammt aus dem Jahr 2003, allerdings von Anfang August.