Die Hitzewelle nimmt kein Ende, soll gegen Ende der Woche erst ihren vorläufigen Höhepunkt erreichen. "Selbst Temperaturen um 40 Grad und somit auch den österreichischen Hitze-Rekord geraten nach derzeitigem Stand in Reichweite", schreibt Michele Salmi, Senior-Meteorologe der Unwetterzentrale UWZ, im aktuellen Warnlagebericht.
Was unserer Alpenrepublik vielleicht noch droht, hat in Frankreich bereits begonnen. Das westeuropäische Land liegt im Zentrum der mächtigen Hitzekuppel, die den Kontinent erfasst hat. Der staatliche Wetterdienst Météo-France spricht von einer "außergewöhnlichen Hitzewelle im ganzen Land". Sie könnte sogar so heftig werden wie die Horror-Hitze vom August 2003.
Schon Sonntagnachmittag wurden rund 300 Monatsrekorde gebrochen, vor allem im Zentrum des Landes. Das meldet das Observatorium für Tornados und heftige Gewitter (Keraunos). Dreiviertel Frankreichs meldeten Temperaturen jenseits von 35 Grad.
Meteorologe Guillaume Séchet listet auf X einige der neuen Rekorde:
Es ist erst der Anfang: "Das ist jedoch nichts im Vergleich zur ersten Hälfte der kommenden Woche, in der die gebrochenen Rekorde oft Allzeitrekorde sein werden", so die Beobachter bei Keraunos.
Schon der heutige Montag (22. Juni) wird laut Météo-France-Prognose noch heißer als der Sonntag, mit Höchsttemperaturen von 38 bis 40 °C in der Île-de-France, der westlichen Bretagne und dem Rhônetal und 40 bis 42 °C von Nord-Aquitanien bis Touraine und Anjou.
Die Durchschnittstemperatur in ganz Frankreich (thermischer Indikator) könnte den Wert des heißesten jemals in Frankreich gemessenen Tages für einen beliebigen Monat erreichen.
In den kommenden Tagen wird keine Veränderung erwartet; die Temperaturen bleiben zwischen Montag und Donnerstag auf einem Plateau, und sowohl die Höchst- als auch die Tiefstwerte bleiben extrem hoch. Ab Freitag, dem 26. Juni, wird mit einem Rückgang gerechnet, die Unsicherheit diesbezüglich ist aber noch hoch.