Für die Iberische Halbinsel und Frankreich ist es bereits die zweite extreme Hitzewelle dieses Jahres. Hoch GORGIAS schaufelt jetzt sehr heiße Luft subtropischen Ursprungs nach Europa und verlagert sich bis zum Wochenende langsam nach Osten.
42 Grad werden im Laufe dieser Woche in Spanien erwartet, 40 Grad und mehr auch in Frankreich, meldet ORF-Meteorologe Manuel Oberhuber am Mittwoch. Er veröffentlichte dazu auf X eine Grafik des europäischen Extreme Forcecast Index (EFI). Dieser steht in vielen Regionen quasi auf Anschlag:
In den vielen roten Bereichen werden für Juni "sehr seltene oder sogar beispiellose Temperaturen" erwartet, erläutert Oberhuber. "Das wird viele neue Hitzerekorde geben in den nächsten 10 Tagen."
Auch in Österreich wird es die bislang intensivste Hitzewelle des Jahres, unserer Alpenrepublik stehen ein erster Wüstentag mit Temperaturen jenseits der 35 Grad sowie eine Reihe an Tropennächten, in denen es nicht unter 20 Grad abkühlt, bevor.
Die Hitze bringt auch wieder das Potenzial heftiger Gewitter mit sich. "Die zunehmende Hitze sorgt schon am Donnerstag zwischen Südösterreich, Slowenien und Nordostitalien für die ersten Schwergewitter samt örtlichem Starkregen, Hagel und Sturm", warnt Senior-Meteorologe und Extremwetter-Spezialist Michele Salmi.
Am Freitag sind dann generell im westlichen Alpenraum sowie auch in weiten Teilen Frankreichs und Deutschlands Unwetter zu erwarten. "In der schwülen und heißen Luftmasse kommen im Tagesverlauf vom Bodensee bis ins Salzburger Land und auch in Osttirol und Oberkärnten schwere Gewitter samt Hagel und Sturzfluten auf", prognostiziert Clemens Grohs von Kachelmannwetter.
Auch am Wochenende bleibt die Wetterlage in Österreich heikel. Eine nur langsam ziehende Kaltfront überquert das Land von Westen nach Osten. Dadurch steigt die Gefahr kräftiger Gewitter deutlich an. Der Wetterfachmann spricht von Starkregenmengen von 30 bis 50 Litern pro Quadratmeter innerhalb kurzer Zeit. Dazu sind Hagelkörner mit zwei bis vier Zentimetern Durchmesser und Sturmböen bis 90 km/h möglich.
Eine Entspannung ist auf den derzeitigen Vorhersagemodellen vorerst nicht in Sicht. Auch zu Beginn der kommenden Woche bleiben Temperaturen jenseits der 35-Grad-Marke möglich. In vielen Regionen könnte die Hitzewelle sogar noch bis in den Juli hinein andauern.
"Richtige Abkühlung ist mal nicht in Sicht, vielleicht Mitte nächster Woche mal für 2 Tage", informiert Oberhuber. Da könnte eine stärkere Kaltfront eine Wetteränderung bewirken: "Neben einer neuen Runde Unwetter sollte sie zumindest auch für eine vorübergehende, mäßige Abkühlung sorgen. Die Unsicherheiten diesbezüglich sind jedoch noch recht groß", so UWZ-Senior-Meteorologe Michele Salmi.