Ein mächtiges und ausgeprägtes Hoch namens GORGIAS verstärkt sich aktuell über Südwesteuropa und verlagert sich bis zum Wochenende allmählich in Richtung Osteuropa. Das Hoch bringt sehr heiße Luft subtropischen Ursprungs mit sich und wird am Sonntag bereits vom nächsten, blockierenden Hoch abgelöst.
Nach Angaben der Meteorologen des Österreichischen Wetterdienstes UBIMET steht dadurch weiten Teile Europas – inklusive Österreich – eine lang anhaltende, markante Hitzewelle mit Spitzenwerten jenseits der 35-Grad-Marke bevor. Manchen Regionen, wie etwa der Mitte Frankreichs, stehen sogar Tage mit mehr als 40 Grad bevor. Begleitet wird die Hitze u.a. auch in Österreich wie so oft von gefährlichen, unwetterartigen Gewittern.
Schon am Donnerstag sowie auch am Freitag sind in Österreich, Deutschland und der Schweiz sowie an der Adria verbreitet Höchstwerte um 30-35 Grad in Reichweite. In Frankreich, Italien und Spanien gehen sich schon 35-38 Grad aus. "Österreichweit findet der erste Wüstentag mit mindestens 35 Grad im Mittel Ende Juni statt, wobei sich der Termin im Vergleich zu den 70ern und 80ern Jahren um satte zwei Wochen nach vorne verlagert hat", fügt UBIMET Meteorologe Michele Salmi hinzu.
"Der früheste Wüstentag überhaupt wurde übrigens am 30. Mai 2017 in Horn im Waldviertel verzeichnet". Die zunehmende Hitze sorgt schon am Donnerstag zwischen Südösterreich, Slowenien und Nordostitalien für die ersten Schwergewitter samt örtlichem Starkregen, Hagel und Sturm. Am Freitag sind dann generell im westlichen Alpenraum sowie auch in weiten Teilen Frankreichs und Deutschlands Unwetter zu erwarten.
Am Wochenende und bis in den Montag hinein ist ein erster Höhepunkt der Hitzewelle in Mittel- und Westeuropa in Sicht. Die Höchstwerte verharren dabei auch in Österreich oft zwischen 33 und 36 Grad, wobei die absoluten Spitzenwerte hierzulande eher im östlichen und südöstlichen Flachland anzutreffen sind.
Der österreichische Juni-Rekord (38,6 Grad in Waidhofen/Ybbs im Jahre 2013) bleibt somit mit großer Wahrscheinlichkeit vorerst unangetastet. In Frankreich, Spanien und Italien sind regional Werte um 40 Grad oder knapp darüber in Sicht. "Auch die Nächte werden zunehmend warm, in den Ballungsräumen Mitteleuropas – inklusive Wien – ist eine Serie an Tropennächten mit Tiefstwerten über 20 Grad schon vorprogrammiert", prognostiziert Salmi.
Österreich gerät am Wochenende zudem in eine knifflige Wetterlage. Eine schwache und langsam ziehende Kaltfront überquert bis Sonntag von West nach Ost das Land. Aufgrund der zuvor eingeflossenen, heißen Luftmasse nimmt die Gefahr von unwetterartigen Gewittern am Samstag auch abseits des Berglands von Westen her deutlich zu.
Die Unwetter breiten sich am Sonntag schließlich auch auf das zuvor noch trockene östliche und südöstliche Flachland aus. "Wegen der eher langsamen Verlagerung der Gewitter stellt heftiger Starkregen mit 30 bis 50 l/m² binnen kurzer Zeit die Hauptgefahr dar", warnt der Experte. "Örtlich sind jedoch auch Hagel um 2 bis 4 cm sowie Sturmböen bis 90 km/h nicht ausgeschlossen".
Zu Beginn der neuen Woche setzt sich die Hitze vorerst fort. In weiten Teilen Europas und somit auch in Österreich sind bis Dienstag weiterhin Temperaturen jenseits der 35-Grad-Marke und Tropennächte einzuplanen. Die Gefahr von Hitzegewittern bleibt zwar bestehen, diese treten jedoch nur noch vereinzelt und bevorzugt im Bergland auf.
Nach derzeitigem Stand macht sich jedoch in weiterer Folge ausgehend von Frankreich und Deutschland eine kräftigere Kaltfront bemerkbar und diese könnte dann verbreitet zu unwetterartigen Gewittern führen. "Aus aktueller Sicht dürfte die Kaltfront zur Wochenmitte auch Österreich überqueren. Neben einer neuen Runde Unwetter sollte sie zumindest auch für eine vorübergehende, mäßige Abkühlung sorgen". Die Unsicherheiten diesbezüglich sind jedoch noch recht groß.