Nach dem wechselhaften und oft zu kühlen Start in den Juni steht Österreich vor einer markanten Wetterwende. Schon in den kommenden Tagen setzt sich zunehmend heißere Luft durch, die direkt aus dem Süden nach Mitteleuropa strömt. Meteorologen erwarten die erste größere Hitzewelle des Jahres, die nicht nur mehrere Tage anhalten dürfte, sondern nach aktuellem Stand bis weit in die zweite Junihälfte und darüber hinaus reichen könnte. Bereits am Wochenende werden für den Osten Höchstwerte von bis zu 36 Grad in Aussicht gestellt.
Experten von GeoSphere Austria und Ubimet rechnen nun mit einem weiteren deutlichen Temperaturanstieg. Für viele Menschen kommt die Entwicklung überraschend. Noch vor wenigen Tagen präsentierte sich der Juni ungewöhnlich kühl und regenreich. Laut Ubimet lagen die Temperaturen österreichweit bisher rund ein Grad unter dem langjährigen Durchschnitt. In mehreren Regionen fiel zudem bereits zur Monatsmitte so viel Regen wie normalerweise im gesamten Juni. Diese Phase geht nun aber zu Ende.
Ein kräftiges Hochdruckgebiet übernimmt zunehmend die Kontrolle über das Wettergeschehen und sorgt für viel Sonnenschein sowie einen kräftigen Temperaturanstieg. Bereits in den kommenden Tagen werden in weiten Teilen Österreichs wieder Höchstwerte von mehr als 30 Grad erwartet. Besonders im Osten und Südosten des Landes wird es zunehmend heiß. In Wien, im Burgenland, in Niederösterreich sowie in Teilen der Steiermark sind Temperaturen zwischen 33 und 36 Grad möglich.
Die Nächte bringen dabei kaum noch Erholung. Vor allem in den Städten bleiben die Temperaturen oft deutlich über 20 Grad. Dadurch kann sich die Hitze von Tag zu Tag weiter aufbauen. Viele Menschen spüren solche sogenannten Tropennächte besonders stark, weil der Körper kaum Gelegenheit bekommt, sich von der Tageshitze zu erholen. Nach aktuellem Stand deutet vieles darauf hin, dass die Hitzewelle nicht nur einige Tage anhält. Mehrere Wettermodelle sehen eine anhaltende Hochdrucklage über großen Teilen Europas.
Dadurch könnte sich die heiße Luft über Mitteleuropa regelrecht festsetzen. Gleichzeitig scheint die Sonneneinstrahlung Ende Juni nahezu auf ihrem jährlichen Maximum zu liegen, was zusätzliche Aufheizung ermöglicht. Besonders spannend wird deshalb der Blick auf die letzten Junitage. Aus heutiger Sicht könnte die Hitze rund um den 29. Juni ihren Höhepunkt erreichen. Einzelne Modellrechnungen lassen dann in den heißesten Regionen Österreichs Temperaturen nahe oder auf der 40-Grad-Marke möglich erscheinen.
Ob dieser außergewöhnliche Wert tatsächlich erreicht wird, ist derzeit allerdings noch offen. Langfristige Prognosen unterliegen naturgemäß größeren Unsicherheiten. Meteorologen betonen daher, dass es sich um eine mögliche Entwicklung handelt und nicht um eine gesicherte Vorhersage. Dennoch sprechen die derzeitigen Trends für außergewöhnlich hohe Temperaturen zum Monatsende. In den Niederungen Ostösterreichs könnten vielerorts Werte zwischen 37 und 39 Grad erreicht werden.
Sollte die heiße Luftmasse noch etwas intensiver ausfallen als derzeit berechnet, wäre auch die 40-Grad-Marke nicht mehr ausgeschlossen. Eine solche Temperatur würde zu den höchsten jemals in Österreich gemessenen Juni-Werten zählen. Mit der zunehmenden Hitze steigt auch die Wahrscheinlichkeit für kräftige Gewitter. Besonders entlang der Alpen und im Bergland können sich an einzelnen Nachmittagen und Abenden teils heftige Gewitter entwickeln. Lokal sind dabei Starkregen, Hagel und stürmische Böen möglich.
Solche Gewitter sorgen zwar punktuell für Abkühlung, beenden eine großräumige Hitzewelle aber meist nicht dauerhaft. Nach derzeitiger Wetterlage dürfte die große Wende erst zu Beginn des Juli erfolgen. Rund um den 1. Juli mehren sich die Signale für eine leichte Abkühlung. Verantwortlich dafür könnten atlantische Tiefdruckgebiete sein, die etwas kühlere Luft nach Österreich lenken. Von einem Ende des Sommers kann jedoch keine Rede sein. Vielmehr dürfte das Temperaturniveau auf ein für Anfang Juli hochsommerliches Niveau zurückgehen.
Statt möglicher Spitzenwerte nahe 40 Grad wären dann verbreitet Höchstwerte zwischen 27 und 33 Grad zu erwarten. Das wäre zwar spürbar angenehmer als während der extremen Hitzephase, läge aber weiterhin über den Durchschnittswerten vieler Regionen. Für die kommenden zwei Wochen scheint damit eines sicher: Österreich erlebt nach dem kühlen und nassen Juni-Start eine völlig andere Wetterseite. Viel Sonne, steigende Temperaturen und eine zunehmend belastende Hitze werden das Wetter bestimmen.