Wie berichtet, will Österreich eine Kooperation zur Forschung an und Produktion von Corona-Impfstoffen auf die Beine stellen. Die Regierungschefs der drei Staaten, Benjamin Netanjahu, Sebastian Kurz und Mette Frederiksen, vereinbarten in Jerusalem eine vertiefte Zusammenarbeit - zum Ärger Frankreichs.
Kurz ist der Ansicht, dass die Europäische Arzneimittel-Agentur "zu langsam" sei, um Impfstoffe zuzulassen, und dass es nicht länger möglich sei, "nur von der EU abhängig" für Impfstoffe der zweiten Generation zu sein, die gegen Mehrfachmutationen des Virus wirken.
"Wir haben diesen Ansatz von Dänemark und Österreich zur Kenntnis genommen. Wir sind jedoch nach wie vor der festen Überzeugung, dass die wirksamste Lösung zur Deckung des Impfbedarfs weiterhin auf dem europäischen Rahmen beruhen muss", heißt es aus dem französischen Außenministerium. Die Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten sei wichtiger als Alleingänge.
Es sei "jetzt vorrangig, unsere Ressourcen zu bündeln, um die Produktionskapazität in Europa zu erhöhen." Das europäische Zulassungsverfahren wird auch durch die Einrichtung eines "Notfallverfahrens" für Impfstoffe, die wirksam gegen Corona-Mutationen sind, beschleunigt, heißt es aus Paris. Und weiter: "Die Europäische Union verstärkt ihre Bemühungen um die Entwicklung von Impfstoffen der zweiten Generation und baut ein europäisches Netzwerk für Impfstoffversuche auf."
Ebenfalls großes Thema des offiziellen Besuchs war der "Grüne Pass" für Corona-Geimpfte. Kurz ließ sich in Israel das Konzept vorführen, das bald Modell für ganz Europa werden könnte, um in Zukunft wieder Reisefreiheit möglich zu machen.