Frankreichs Präsident Francois Hollande hat die 66-jährige Jacqueline Sauvage begnadigt, die wegen Mordes an ihrem Ehemann zu zehn Jahren verurteilt wurde. Jahrzehntelange häusliche und sexuelle Gewalt hatten sie zu der Tat getrieben.
Der Fall hatte in Frankreich für Aufsehen gesorgt und neues Bewusstsein für häusliche Gewalt geschaffen. Sauvage war von ihrem Mann fast 50 Jahre lang misshandelt und auch vergewaltigt worden. Die Töchter, die auch misshandelt wurden, berichteten, die Übergriffe hätten sich hinter verschlossenen Türen abgespielt. Im Jahr 2012 erschoss Sauvage ihren Gatten mit drei Schüssen aus einem Jagdgewehr.
In ganz Frankreich hatten sich Politiker, Personen des öffentlichen Lebens sowie Frauenvereine für die 66-Jährige eingesetzt.Wie der Elysee-Palast am Sonntag mitteilte, machte der Präsident von seinem Begnadigungsrecht Gebrauch. Zwei Tage zuvor hatten ihn Sauvages Töchter bei einem Treffen um Gnade für ihre Mutter gebeten.
Gemäß der Verfassung kann der Staatschef entweder einen solchen Gnadenakt aussprechen oder eine Haftstrafe reduzieren.