Spenderlunge bekommen, an Lungenkrebs gestorben

Eine Organspende wird in einen OP geliefert. Symbolfoto.
Eine Organspende wird in einen OP geliefert. Symbolfoto.Bild: iStock
Eine Organtransplantation hätte die Lebensqualität einer 39-jährigen Französin verbessern sollen, stattdessen brachte sie ihr den Tod.

Weil sich in ihren Atemwegen immer mehr fest sitzender Schleim bildete, beschlossen die Ärzte einer Mukoviszidose-Patientin (siehe Box), sie auf die Warteliste für eine neue Lunge zu setzen. Dass sie damit ihr Todesurteil fällten, ahnten sie nicht.

So erhielt die 39-Jährige im November 2015 zwar ein Spenderorgan, wodurch ihr Atemleiden zunächst gelindert werden konnte. Doch zwei Jahre später wurde sie mit dunklen Flecken auf der Lunge auf die Krebsstation des Unispital Montpellier eingeliefert, wo sie im August 2017 verstarb.

Lunge stammte von Raucherin

Laut einer im Fachjournal "Lung Cancer" veröffentlichten Studie erinnerten die Symptome der jungen Frau frappierend an diejenigen von starken Rauchern. "Der kurze Abstand zwischen der Transplantation und dem Auftauchen erster Unregelmäßigkeiten der Lunge deuten darauf hin, dass der Krebs bereits zu Lebzeiten der Spenderin ausgelöst worden sein muss", so Studienleiter Jean-Louis Pujol.

Tatsächlich hatte die Spenderin 30 Jahre lang täglich eine Schachtel Zigaretten geraucht. Doch Hinweise auf eine sich entwickelnde Krebserkrankung hatte es zum Zeitpunkt der Transplantation keine gegeben.

Was ist Mukoviszidose?

Bei der auch cystische Fibrose genannten Erkrankung handelt es sich um eine Erbkrankheit, bei der die schleimbildenden Drüsen im Körper des Betroffenen nicht richtig funktionieren. Sie bilden einen sehr zähen Schleim, der die Ausführungsgänge der Drüsen verstopft und weitere Organe beeinträchtigt – insbesondere die Lunge und die Verdauungsorgane.

Geheilt werden kann Mukoviszidose (von lateinisch mucus – Schleim und viscidus – zäh) nicht. Lediglich die Symptome können gelindert werden.

Bei Raucherlungen vorsichtiger sein

Weitere Nachforschungen zeigten, dass ausgerechnet die Medikamente, die die Abstoßungsreaktion des Empfänger-Körpers unterdrückten, dem Tumor den Weg geebnet hatten, so Pujol und seine Kollegen.

Die Studienautoren raten nun angesichts der langen Latenzzeit bei Lungenkrebs, die Transplantation von Lungen von Rauchern oder solchen Spendern, die erst vor Kurzem mit dem Rauchen aufgehört hätten, zu überdenken. Schließlich solle so etwas nicht noch einmal vorkommen.



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(fee)

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