Die Reise mit dem „Traumschiff“ ins Liebesglück endete für eine rund 50-Jährige aus dem Waldviertel gestern mit einem Reality-Prozess am Landesgericht in Krems.
Rund zehn Wochen lang war sie im Vorjahr mit einem verheirateten Womanizer zusammen, dann kam das böse Erwachen: Der Familienvater soll noch eine weitere Affäre mit einer Tänzerin gehabt haben, die Beziehung zerbrach äußerst unschön. Es folgten gegenseitige Anschuldigungen und Anzeigen wegen Stalking, Morddrohung, Verleumdung. Doch die Kremser Justiz hatte keinen Bock auf ein „Familiengericht“, stellte alle Verfahren ein ("Heute" berichtete) und musste sich gestern trotzdem mit dem Fall auseinandersetzen.
Denn die 50-Jährige ist seit dem Beziehungsende angeblich traumatisiert und in therapeutischer Behandlung. Die tief gekränkte Frau klagte den Verflossenen zivilrechtlich auf Traumaschmerzensgeld.
Der beklagte Ex-Lover gab sich bei der ersten Tagsatzung selbstsicher, die 50-Jährige war schüchtern und nervös. Beim geforderten Betrag wurde der Waldviertler dann doch etwas blass: 40.000 € für das durch die Trennung erlittene Trauma. „Er wusste, dass sie sehr sensibel ist“, so Anwältin Astrid Wagner, die zuversichtlich ist: „Es ist auch ein Musterprozess.“ Die Klägerin selbst betont: "Ich klage nicht primär wegen der Affäre, sondern wegen der falschen Anschuldigungen und der daraus resultierenden Strafverfolgung."
Der Richter wollte gestern kein vorschnelles Urteil fällen, lud für den nächsten Prozesstag am 22. März Zeugen vor – unter anderem muss dann auch die zweite Affäre vor Gericht antanzen.