Frau wollte Wohnung abfackeln und fing selbst Feuer

Prozess um das Verbrechen der Brandstiftung: Die Angeklagte am Gericht Wr. Neustadt
Prozess um das Verbrechen der Brandstiftung: Die Angeklagte am Gericht Wr. NeustadtSascha Trimmel
In Wr. Neustadt ging der Prozess nach einem dramatischen Brandeinsatz in Baden in Szene. Die Angeklagte wurde schuldig gesprochen.

Bei einem Brand am 27. April in Baden diesen Jahres war eine damals 48-jährige Frau schwer verletzt worden. Das Feuer war, wie berichtet, gegen 20 Uhr in einer Kellerwohnung ausgebrochen, die Betroffene wurde von Flammen erfasst und lief als lebende Fackel ins Freie.

"Beim Eintreffen der Feuerwehr ist die Frau brennend am Gehsteig gelegen und musste von den Einsatzkräften abgelöscht werden", sagte damals Franz Resperger vom Landesfeuerwehrkommando zum dramatischen Einsatz. 

Per Notarzthubschrauber ins Spital

Rund eineinhalb Stunden versuchten die Einsatzkräfte, die Frau zu stabilisieren, bevor sie vom Notarzthubschrauber ins Spital abtransportiert wurde, so der Feuerwehrsprecher. Die 48-Jährige erlitt Verbrennungen dritten Grades und wurde in die Intensivabteilung des AKH Wien gebracht, berichtete die Stadtpolizei. Im Einsatz stand der Hubschrauber "Christophorus 3". Da das Gebäude - es handelt sich um eine ehemalige Frühstückspension - stark verraucht war, wurden die restlichen Wohnungen und Räume aufgebrochen, es befand sich aber niemand mehr in dem Objekt. Der Sprecher berichtete von einem "massiven Atemschutzeinsatz", der Brand selbst war aber rasch gelöscht.

Kriseninterventionsteam im Einsatz

Ein zweiter Bewohner soll eine leichte Rauchgasvergiftung erlitten haben. Er wurde im Landesklinikum Baden ambulant behandelt. Die Tochter der Verletzten und weitere Angehörige wurden vom Kriseninterventionsteam betreut.

Im Zimmer, in dem das Feuer ausgebrochen war, wurde ein verkohlter Benzinkanister gefunden, von dem laut Polizei offensichtlich der Brand ausgegangen war.

Wohnung mit Benzin in Brand gesteckt

Anfang der Woche fand nun der Prozess gegen die Bewohnerin am Gericht in Wr. Neustadt statt, die den Brand überlebte. Bei der Schöffenverhandlung wurde der Angeklagten das Verbrechen der Brandstiftung vorgeworfen. Laut Anklage soll die Frau "das Wohn- und Esszimmer der von ihr bewohnten Kellerwohnung unter Zuhilfenahme von Benzin in Brand gesetzt haben, wobei ein Übergreifen der Flammen auf die übrigen Gebäudeteilte nur durch das rechtzeitige Einschreiten der Feuerwehr verhindert werden konnte".

Brandeinsatz in Baden
Brandeinsatz in BadenThomas Lenger

Die Angeklagte hatte 2019 ihren Ehemann verloren, seither sollen Streitigkeiten um die Miete begonnen haben - die Frau wohnte mit ihrer Tochter in der Kellerwohnung des Mehrparteienhauses.

Bedingte Haftstrafe

„Der Benzin war für den Rasenmäher vorgesehen“, meinte die Angeklagte, eine Heimhelferin, vor Gericht. Sie leide an einer "Anpassungstörung“, so die Anwältin der Angeklagten. Beim Brand fing die Frau selbst Feuer an den Händen, ihre Tochter flüchtete aus dem Haus und holte die Nachbarn zur Hilfe. Nur durch rasches Einschreiten der Nachbarn konnte Schlimmeres vermieden werden.

Das Urteil: 20 Monate bedingte Haft, Bewährungshilfe und die Frau muss eine Therapie machen (nicht rechtskräftig).

Die Frau wurde ins Spital geflogen.
Die Frau wurde ins Spital geflogen.Thomas Lenger
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