Restplatzbörse für Hochzeiten

Frau zahlt 70 Dollar für Platz auf fremder Hochzeit

In den USA können Brautpaare freie Plätze bei ihrer Hochzeit verkaufen. Eine Texanerin zahlte 70 Dollar, um bei einer Feier von Fremden dabei zu sein.
Nick Wolfinger
14.06.2026, 21:58
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"Ich wollte schon immer einmal ungeladen auf einer Hochzeit auftauchen", erzählt Hannah Rose. Dank einer neuen Plattform in den USA konnte sich die 26-Jährige diesen ungewöhnlichen Wunsch nun erfüllen – ganz legal.

Auf der Webseite "Not a Wedding Crasher" können Brautpaare freie Plätze bei ihrer Feier an Fremde verkaufen. So sollen leere Sessel vermieden und ein Teil der Hochzeitskosten wieder hereingeholt werden.

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Vier Stunden gefeiert

Rose entdeckte das Angebot auf TikTok und war sofort begeistert. Für 70 Dollar kaufte sie sich einen Platz bei einer Hochzeit in Seguin im US-Bundesstaat Texas - rund zwei Stunden von ihrem Wohnort entfernt.

"Eine Hochzeit ist der perfekte Ort, um niemanden zu kennen. Jeder glaubt, du gehörst zu jemand anderem", sagt die Texanerin. Vier Stunden lang feierte sie bei Taco-Buffet, Food Truck und offener Bar mit. Gemeinsam mit drei weiteren Gästen, die ebenfalls über die Plattform gekommen waren, saß sie an einem eigenen Tisch.

"Ich habe ständig darauf gewartet, dass jemand fragt, wer ich eigentlich bin", erzählt Rose. Doch dazu kam es nie. Selbst als Braut und Bräutigam später für Erinnerungsfotos von Tisch zu Tisch gingen, wurden die fremden Gäste ganz selbstverständlich eingebunden. Ein Video ihres ungewöhnlichen Ausflugs wurde in sozialen Netzwerken millionenfach angesehen.

Paare bestimmen die Preise

Gegründet wurde die Plattform "notaweddingcrasher.com" von Jeff und Karina Besen aus San Diego. Die Idee: Brautpaare können freie Plätze anbieten, Interessierte kaufen sich ein Ticket für die Feier. Vor der Teilnahme müssen sich die Gäste registrieren und ihre Identität nachweisen. Erst nach der Freigabe durch das Brautpaar erhalten sie die Adresse der Veranstaltung.

Die Preise legen die Paare selbst fest. Laut den Gründern kosten die Plätze meist zwischen 25 und 75 Dollar. Entscheidend sind unter anderem Veranstaltungsort, Essen und Getränke. Nach Angaben der Betreiber wurden bereits Hochzeiten in Los Angeles, Phoenix, Washington und San Antonio über die Plattform vermittelt.

Nicht jeder kann mit dem Konzept etwas anfangen. Die Betreiber sind dennoch überzeugt, dass der Trend weiter wachsen wird. Für neugierige Gäste gibt es damit eine neue Freizeitbeschäftigung - und für Brautpaare eine Möglichkeit, leere Plätze doch noch zu füllen.

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