Ein 27-jähriger kroatischer Staatsangehöriger kam laut der Landespolizeidirektion Wien am Samstag um 15 Uhr in eine Polizeiinspektion in Wien-Favoriten und gab an, dass er seine 25-jährige Ehefrau im Zuge eines Streits mehrfach geschlagen und mit dem Umbringen bedroht habe. Nach der Vernehmung des Tatverdächtigen ordnete die Staatsanwaltschaft Wien die Festnahme an. Gegen ihn wurde ein Betretungs- und Annäherungsverbot ausgesprochen.
Die wichtigsten Nummern gegen Gewalt auf einen Blick:
Polizei-Notruf: 133
Euro-Notruf: 112
24-Stunden-Frauennotruf der Stadt Wien: 01/71719
Frauenhaus-Notruf: 05 77 22
Der geständige 27-Jährige wurde anschließend in eine Justizanstalt gebracht. Die Frau wurde durch die Angriffe leicht verletzt. Schockierend: Pro Tag rückt die Polizei in Wien zehn Mal wegen Gewalt im privaten Bereich aus. Gefährder müssen seit kurzem verpflichtend zu Beratungen. Im Vorjahr wurden laut offiziellen Angaben 3.000 Gefährder angezeigt, Tendenz steigend. 90 Prozent waren männlich.
Ab September müssen Gefährder verpflichtend eine sechsstündige Gewaltpräventions-Beratung absolvieren. Die Polizei und der Verein Neustart verstärken in Wien die Zusammenarbeit. "Das Opfer muss im Fokus bleiben, aber man muss auch dort ansetzen, wo die Probleme herkommen – beim Täter", so Polizeijurist Walter Dillinger. In den Beratungen erfolgt eine Gefährdungseinschätzung, so "Verein Neustart"-Leiter Nikolaus Tsekas. "Leider gibt es keine 100-prozentige Erfolgsquote".
Wird von der Polizei ein Annäherungsverbot ausgesprochen, so ist Täter zu sechs Beratungsstunden verpflichtet. Fünf Tage hat er Zeit, sich bei Neustart zu melden, ansonsten droht eine Verwaltungsstrafe. Die Einzelgespräche sollen schnellst möglich begonnen werden, können dank der Dolmetscher in so gut wie jeder Sprache geführt werden. Die Anwesenheit des Verdächtigen alleine reicht allerdings nicht aus. Er ist dazu verpflichtet, sich auch aktiv an der Beratung zu beteiligen.