Ein Freeride-Dreh in den spanischen Pyrenäen endete mit einem Lawinenabgang. Profifreerider Aymar Navarro überlebt das Unglück dank seines Lawinenairbags.
Bereits im Jänner war der spanische Freeskier Aymar Navarro mit einem mehrköpfigen Team und einem Helikopter am 2802 Meter hohen Tuc de Barloguera für Dreharbeiten unterwegs gewesen, als die Lawine losging. Jetzt hat das Filmteam das Video der dramatischen Szenen veröffentlicht.
Aymar erinnert sich: „In den Tagen zuvor hatte es durchgehend geschneit, in der Nacht kamen dann nochmal 30 Zentimeter dazu. Und dann dieses herrliche Wetter – die Bedingungen waren perfekt für unsere Dreharbeiten!“ Das Team entscheidet sich gemeinsam mit einem Bergführer für einen flacheren Hang, der ihnen sicher erscheint, um das Risiko so gering wie möglich zu halten.
Dann beginnt Aymar seine Abfahrt. Im Helikopter über ihm filmen die Kameraleute seinen Ride. Aymar: „ Ich hatte erst ein paar Schwünge gemacht, als ich merkte, dass die Schneedecke unter mir in Bewegung kommt.“ Zunächst versucht der Freerider den Schneemassen davonzufahren, doch die Lawine ist zu schnell. Plötzlich geht es um Leben und Tod: mit Aymar in der Hauptrolle.
Die Lawine trifft ihn mit voller Wucht: „Ich fing an, mich nur noch zu überschlagen. (…) Der erste Gedanke war, dass ich diesen Airbag auslösen muss. Ich rollte mich etwas zusammen, um zu versuchen die Stöße abzufangen, was unmöglich ist, da Du weder weißt, wo Du bist, noch wo unten oder oben ist. Du weißt auch nicht, wie lange es noch dauern wird, Du kannst nur noch beten und hoffen, dass Dir nichts passiert.“
Aymar bleibt dank des Lawinenairbags an der Oberfläche
Als die Lawine endlich zum Stillstand kommt, verdichten sich die Schneemassen deutlich. Aymar Navarro aber ist oben geblieben und kann ohne Probleme atmen. Vom Helikopter aus kann der junge Freeskier sehr schnell lokalisiert und aus dem Lawinenkegel geholt werden. Aymar: „Der Airbag hielt mich an der Oberfläche und schützte mich vor vielen Verletzungen.“
Aymar Navarro hat die Monsterlawine in den Pyrenäen bis auf ein paar Kratzer unbeschadet überstanden. In Zukunft werde man noch mehr Todesfälle verhindern können, glaubt er. „Leider verwenden nicht alle meiner Kollegen einen Airbag.“ Anfängern, die ihm nacheifern, empfiehlt er vor allem, die Sache langsam anzugehen. Denn abgesehen vom skifahrerischen Können müssten sie fähig sein, die Risiken am Berg zu erkennen. Die Lawinenrucksäcke sind für ihn ein außergewöhnliches Hilfsmittel: „Das bedeutet aber nicht, dass du unsterblich bist.“