Fünf Kinder haben im Salzburger Stadtteil Gnigl immer wieder an der Tür eines Vaters geläutet. Der 55-Jährige soll sie dann laut Angaben der Kinder durch den Park gejagt haben. Aus Angst hätten sie sich in einer öffentlichen Toilette eingeschlossen. Der Vater habe von oben mit einem Stock in die Toilette hineingeschlagen und die Kinder dabei verletzt, so die Aussagen.
Am Salzburger Landesgericht erzählte am Dienstag ein Bub, er habe sich sehr gefürchtet und an dem Stock seien sogar Brennnesseln gewesen. Wie der ORF berichtet, war der Sohn des Angeklagten selbst Teil der Gruppe. Der Vater sagte vor Gericht, dass er vielleicht überreagiert habe, aber er habe niemals mit einem Stock auf die Kinder eingeschlagen.
Da aber jedes der fünf Kinder eine andere Version der Geschichte erzählte, glaubte das Gericht schließlich dem Vater. Es sei zwar nicht gescheit, Kinder wegen Türklingelns durch den Park zu jagen, aber für eine Verurteilung gebe es zu viele Widersprüche. Der Vater wurde freigesprochen.
Auch Verteidiger Klaus Waha sieht das so: "Ich gehe davon aus, dass sich hier eine Gruppendynamik bei den Kindern entwickelt hat. Und sich diese Geschichte dann so in den Köpfen abgespielt hat, aber mit der Realität nichts zu tun hatte." Der Freispruch ist noch nicht rechtskräftig.