Niederösterreich

Freund mit Vespa in den Tod chauffiert: Haft für Lenker

Schwerer Gang für einen 22-Jährigen heute in Wr. Neustadt vor Gericht: Er hatte im Vorjahr in Gloggnitz seinen besten Freund Tobias (22) mit hoher Wahrscheinlichkeit in den Tod chauffiert, wurde jetzt dafür auch gerichtlich bestraft. 
15.05.2020, 17:04

Das Unfalldrama im August 2019 im Bezirk Neunkirchen hatte für Schlagzeilen gesorgt: Am Heimweg von einem Feuerwehrfest war ein damals 21-Jähriger mit einer Vespa auf einer geraden Straße gegen einen Lichtmast geprallt, wurde schwer verletzt. Der 22-jährige Elektriker "Tobi" wurde als Beifahrer so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle starb ("Heute" berichtete). 

In der Folge wurde die Vespa Piaggio GT 125 beschlagnahmt, die Polizei ermittelte. Denn es war unklar, wer den Roller gelenkt hatte. Die Trauer um den Elektriker und ehemaligen Jugendfeuerwehrmann "Tobi" (22) war groß, am Unfallort wurden Blumen, Kerzen und Schreiben niedergelegt. Bewegend: Auf einer Kerze der Schwester des Toten stand: "RIP ich hab dich lieb, großer Bruder".

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5 Monate Haftstrafe

Am heutigen Freitag musste der heute 22-jährige Lenker am Landesgericht Wiener Neustadt auf die Anklagebank. Mit Sicherheit konnte nicht nachgewiesen werden, dass der 22-Jährige auch tatsächlich mit der Vespa seines Vaters damals gefahren war: "Ich kann mich an wenig bis nichts erinnern", so der Angeklagte, der nach dem schweren Unfall erst im Krankenhaus zu sich gekommen war und noch immer an den Folgen des Unfalles leidet (Anm.: Handverletzung).

Andererseits: Der 22-Jährige hatte schon im Frühjahr 2019 einen Alko-Unfall verursacht, dies wertete das Gericht als erschwerend. Der ohnedies durch den Verlust des Freundes schwer in Mitleidenschaft gezogene 22-Jährige wurde zu einer teilbedingten Haftstrafe verurteilt: 15 Monate teilbedingt - davon zehn Monate bedingt und fünf Monate unbedingt. Jedoch darf der 22-Jährige einen Antrag auf eine Fußfessel stellen. Der Richterspruch ist nicht rechtskräftig.