Finanz-Post geht gerade viral

Freundin als Investment: "Verbrennen monatlich 2.500 €"

Ein ungewöhnlicher Reddit-Beitrag verbindet Liebe und Börse – und sorgt mit Humor für tausende Reaktionen und hitzige Diskussionen.
Digital  Heute
04.07.2026, 19:54
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Ein satirischer Beitrag im deutschen Reddit-Forum "wallstreetbetsGER" sorgt derzeit für viel Aufmerksamkeit. Unter dem Titel "Warum meine Freundin das beste Asset in meinem Portfolio ist (und warum ich deshalb Margin aufgenommen habe)" verbindet der Verfasser Börsensprache mit dem Alltag einer Beziehung. Das Ergebnis ist eine humorvolle Geschichte, die innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Kommentare und Diskussionen ausgelöst hat.

Schon der Einstieg macht klar, dass der Beitrag nicht als ernst gemeinter Finanzratgeber gedacht ist. "Nicht weil ich verrückt bin. Sondern weil ich zukunftsorientiert denke", schreibt der Autor. Anschließend erklärt er, dass er einen Margin-Kredit aufgenommen und das Geld sofort investiert habe. Als Begründung dient allerdings nicht eine bestimmte Aktie oder Kryptowährung, sondern seine Freundin.

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"Emotionale Liquiditätsreserve"

Im weiteren Verlauf beschreibt der Nutzer seine angebliche Anlagestrategie. Demnach fließen 60 Prozent des Geldes in einen Welt-ETF, 20 Prozent in gehebelte Technologiewerte, weitere 10 Prozent in Unternehmen mit hoher Abhängigkeit von Paarhaushalten. Die restlichen 10 Prozent bezeichnet er augenzwinkernd als "emotionale Liquiditätsreserve". Besonders viel Aufmerksamkeit erhält jedoch sein sogenanntes Risikomodell. Darin rechnet der Autor verschiedene Zukunftsszenarien durch.

Im besten Fall ziehe das Paar zusammen, spare dadurch Geld und könne bereits mit 43 Jahren finanziell unabhängig werden: "Aktuell zahle ich 1.250 € Warmmiete. Meine Freundin zahlt ebenfalls Miete. Zusammengenommen verbrennen wir monatlich 2.500 € nur dafür, dass wir nachts in zwei verschiedenen Gebäuden bewusstlos werden." Im wahrscheinlichsten Fall müsse zwar eine größere Wohnung bezahlt werden, insgesamt bleibe das Vorhaben aber positiv. Deutlich düsterer fällt dagegen das Trennungsszenario aus. Dann bleibe der Kredit bestehen und gleichzeitig könne auch das Portfolio an Wert verlieren.

"Nuclear Case"

Für die meisten Lacher sorgt allerdings der sogenannte "Nuclear Case". Sollte seine Freundin den Beitrag entdecken, drohe laut dem Verfasser ein "Totalverlust", ein "100 % Drawdown" und "Keine staatliche Rettung. Loss Porn folgt." Gerade diese Übertragung typischer Börsenbegriffe auf eine Liebesbeziehung machte den Beitrag für viele Nutzer besonders unterhaltsam.

Auch das Thema Verlobung greift der Autor auf. Viele Menschen würden einen Verlobungsring lediglich als Ausgabe betrachten. Seiner Meinung nach sei das "ökonomisch falsch". Wörtlich schreibt er: "Der Ring ist die Optionsprämie auf verlängerte Cashflow-Dauer." Als Beispiel nennt er einen Ring im Wert von 2.500 Euro, der die erwartete Dauer einer Beziehung von fünf auf 30 Jahre verlängern könne. Dadurch könne sich die Investition seiner Ansicht nach langfristig rechnen.

"Hau rein den Hebel"

In den Kommentaren entwickelte sich schnell ein kreativer Schlagabtausch. Viele Nutzer griffen den Humor des ursprünglichen Beitrags auf und ergänzten eigene fiktive Finanzanalysen. Einer schrieb scherzhaft: "Hau rein den Hebel." Andere kündigten an, den Beitrag in weiteren Finanzforen teilen zu wollen oder erklärten, sie würden über die Idee lachen. Besonders viel Zustimmung erhielt jedoch ein ausführlicher Gegenkommentar. Darin widerspricht ein Nutzer der gesamten Rechnung und argumentiert, dass nicht die Freundin selbst ein Vermögenswert sei, sondern der gemeinsame Haushalt für mögliche Einsparungen sorge.

Zusätzlich verweist er humorvoll auf steigende Ausgaben für größere Wohnungen, Möbel oder Lieferdienste und spricht von einem "emotionalen Klumpenrisiko". Sein Fazit lautet: "Die Freundin ist kein Asset. Sie ist ein hochkomplexes Derivat mit unbekannter Laufzeit, variabler Verzinsung, täglicher Neubewertung und einer Gegenpartei, die sämtliche Vertragsbedingungen jederzeit einseitig ändern kann." Als Bewertung vergibt er schließlich "Speculative Hold", nennt als Kursziel den gemeinsamen Urlaub und bezeichnet den Satz "Wir müssen reden" als Stop-Loss.

Weitere Risiken

Andere Nutzer erweiterten das Gedankenspiel um weitere Risiken. Manche verwiesen scherzhaft auf steigende Kosten durch Kinder oder höhere Ausgaben für Essen und Freizeit. Wieder andere meinten, der Autor habe mögliche Erbschaften oder andere finanzielle Faktoren noch gar nicht berücksichtigt. Der Erfolg des Beitrags überrascht kaum. Gerade in der Community "wallstreetbetsGER" werden Börsenthemen häufig mit Ironie, Selbstironie und übertriebenen Beispielen vermischt.

Die Nutzer machen sich regelmäßig über riskante Investments, hohe Verluste oder optimistische Zukunftsprognosen lustig. Trotz des Humors erinnert die Geschichte indirekt auch daran, dass Margin-Handel in der Realität erhebliche Risiken birgt. Dabei investieren Anleger mit geliehenem Geld. Entwickeln sich Kurse entgegen den Erwartungen, können Verluste deutlich höher ausfallen als beim Einsatz des eigenen Kapitals. Der Reddit-Beitrag stellt diese Risiken allerdings bewusst satirisch dar und erhebt an keiner Stelle den Anspruch, ernst gemeinte Anlageempfehlungen zu geben.

{title && {title} } red, {title && {title} } 04.07.2026, 19:54
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