Verschwörer sicher – am 24. September passiert "Großes"

Eine Aussage des CDU-Politikers Friedrich Merz sorgt für Aufregung. In den sozialen Medien wird spekuliert, dass am 24. September "Großes" passiert.

"Dieser 24. September 2022 wird uns allen als ein Tag im Gedächtnis bleiben, von dem wir später einmal sagen werden: 'Ich weiß noch genau, wo ich war'" – diese Aussage des CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz vor dem deutschen Bundestag vom Februar diesen Jahres geht nun in den Wochen vor dem von ihm genannten Datum in den sozialen Medien viral.

"Datum für Great Reset"

Die Spekulationen in Verschwörungskreisen darüber schlagen hoch. In den meisten der geteilten Beiträgen wird angedeutet, Merz beziehungsweise "die Politik" wisse etwas oder plane etwas für den 24. September. In einem Schreiben, das laut "20 Minuten" unter anderem mehreren Schweizer Medien zugestellt wurde, wird vermutet, dass es sich um ein "Reset-Datum" handelt. Auch der Begriff "menschengemachte Klimaveränderung" fällt.

Natürlich habe man bereits Herrn Merz per Mail angefragt, heißt es in dem Papier, die Antwort stehe aber noch aus. Dass eine solche erfolgen wird, ist fraglich, denn die Aussage von Merz ist weniger mysteriös, als es in den Posts, Mails und Beiträgen den Eindruck macht.

Merz hatte eigentlich den 24. Februar 2022, den Tag, als Wladimir Putin den Krieg gegen die Ukraine begann, gemeint. Der Politiker hatte sich in der entsprechenden Rede wenige Tage nach dem Einmarsch der russischen Truppen lediglich versprochen.

Zitat bewusst abgekürzt

Das wird deutlich, wenn man sich nicht nur die geteilte Aussage, sondern die vollständige Rede anschaut. Zu sehen ist diese etwa auf dem offiziellen YouTube-Account von Merz. Auch im Plenarprotokoll ist die entsprechende Stelle aufgeführt, jedoch in korrigierter Form. Das Datum wurde dort auf "24. Februar 2022" korrigiert.

Die von einigen Usern für merkwürdig erachteten Worte kommen gleich zu Beginn der Rede vor – aber die Aussage endet nicht dort, wo das auf Social Media verbreitete Zitat endet: Es fehlt ein wichtiger Nebensatz. Komplett sagt Merz: "Dieser 24. September 2022 wird uns allen als ein Tag im Gedächtnis bleiben, von dem wir später einmal sagen werden: 'Ich weiß noch genau, wo ich war, als ich die erste Nachricht vom Krieg in der Ukraine gehört und die ersten Bilder davon gesehen habe.'"

Vermischung mit 9/11

Durch das Abschneiden des relevanten Teils endet das Zitat mit einer Aussage, die auf die ebenfalls von Verschwörungen nicht gefeiten Terrorangriffe am 11. September 2001 anspielt und bei vielen Menschen entsprechende Erinnerungen wecken dürfte. Dass das nicht ganz zufällig passiert, zeigt sich in einem auf Facebook geteilten Clip. Darin wurde die gekürzte Aussage Merz’ mit Bildern von der Südspitze Manhattans unterlegt, wo damals die Flugzeuge in die Türme des World Trade Centers flogen und diese zum Einstürzen brachten.

Für einen Versprecher sprechen auch die Zwischenrufe der Merz zuhörenden Abgeordneten: Direkt nachdem dieser vom "24. September 2022" gesprochen hat, geht ein Raunen durch den deutschen Bundestag, bei dem es sich bei genauem Hinhören um korrigierende "Februar"-Kommentare handelt.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account 20 Minuten, rcp Time| Akt:
DeutschlandÖsterreichSchweizCDUVerschwörungstheorieUkraine-Krieg

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen