Entlassung beschlossen

Fritzl im Häf’n: "Kann ich jetzt endlich nach Hause?"

"Heute" war mit Fritzl-Anwältin Astrid Wagner in Stein. Der Inzest-Täter erfuhr nach dem Mittagsschlaferl von seiner Verlegung. So hat er reagiert!

Thomas Peterthalner
Fritzl im Häf’n: "Kann ich jetzt endlich nach Hause?"
"Heute" traf Fritzl-Anwältin Astrid Wagner "am Felsen" in Stein (NÖ).
Sabine Hertel/pet

Mittwoch um Punkt 12 Uhr traf Anwältin Astrid Wagner ihren Mandanten "am Felsen" in Stein (NÖ), informierte ihn über den Gerichtsbeschluss. Fritzl soll aus dem Maßnahmenvollzug entlassen werden, wir berichteten.

Fritzl kam im "Casual Look"

Der Inzest-Straftäter schlurfte in weißen Turnschuhen, sportlicher Hose, beigen Pullover aber ohne Rollator in das Besucherzimmer. "Er war wie immer sehr elegant, kam im 'Casual Look'", so Wagner zu "Heute" in Stein. Das Mittagessen war schon vorbei, der Händedruck fest.

"Beim Mittagsschlaferl gestört"

"Ich habe ihn beim Mittagsschlaferl gestört, aber er war mir nicht böse." Die positive Nachricht  habe er "gar nicht glauben können". Der Inzest-Vater habe den Traum vom Haus im Grünen noch nicht aufgegeben. "Kann ich jetzt endlich nach Hause?", soll er gefragt haben. "Das wird nicht einfach. Er braucht natürlich Betreuung", weiß Wagner. "Er hat mich aber schon nach einem Makler gefragt. "Das ist eben das, was bei ihm ein bisschen realitätsverzerrt ist", so die Juristin.

Der Grusel-Greis könnte nun bald in die Justizanstalt Suben oder nach Tullnerbach verlegt werden. Weil Fritzl mehr als 15 Jahre abgesessen hat, kommt eine bedingte Entlassung aus dem Häf’n in Betracht. Das könnte schon im nächsten Jahr 2025 der Fall sein. Mit einem Einspruch gegen den Beschluss rechnet Wagner nicht. "Er bedauert sehr was passiert ist, möchte noch ein bisschen herumfahren und zuhause sein."

Gymnastik und Weintrauben hinter Gittern

"Er glaubt daran, dass er frei kommt. Und das ist auch aufgrund seines hohen Alters wirklich realistisch, dass er eben die letzten Jahre noch in Freiheit verbringen wird können."

"Fritzl wirkt fit. Die Demenentwicklung ist in diesem Alter nicht ungewöhnlich. In der Früh macht er Gymnastik. Er kauft Obst im Gefängnis-Shop, besonders Weintrauben mag er gerne. In der Zelle züchtet er auch Gemüse."

Kommt neues Fritzl-Buch?

Hinter den Gefängnismauern wälzt Fritzl auch Pläne für ein neues Buch. "Er will wieder was veröffentlichen", so Wagner, "spielt mit dem Gedanken, seine Memoiren zu veröffentlichen." Verlag dafür gebe es noch keinen. Wagner hat selbst schon ein Buch über Fritzl veröffentlicht. "Die Abgründe des Josef F." ist sogar auf Englisch erschienen. In einer "Heute"-Umfrage sprach sich eine knappe Mehrheit gegen Hafterleichterungen für den verurteilten Mörder aus. Wagner will ihren Mandanten in zwei bis drei Wochen wieder besuchen…

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    HEUTE/Helmut Graf

    Auf den Punkt gebracht

    • Josef Fritzl, der Inzest-Täter, wurde über seine Verlegung aus dem Maßnahmenvollzug informiert und reagierte überrascht und fragte, ob er endlich nach Hause könne
    • Seine Anwältin Astrid Wagner erklärte jedoch, dass er Betreuung benötigen würde und es nicht einfach sein werde
    • Fritzl glaubt jedoch daran, dass er bald frei sein wird und plant sogar die Veröffentlichung seiner Memoiren
    • Die Mehrheit spricht sich jedoch gegen Hafterleichterungen für ihn aus
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