Fromme Wünsche

Bild: keine Quellenangabe

Ans Christkind glaubt Paul nicht mehr. Er ist jetzt 11, er würde sagen "fast 12". Wer ihm mit dem Weihnachts-Hokuspokus kommt, erntet ein Augenrollen. Bestenfalls.

Ans Christkind glaubt Paul nicht mehr. Er ist jetzt 11, er würde sagen "fast 12". Wer ihm mit dem Weihnachts-Hokuspokus kommt, erntet ein Augenrollen. Bestenfalls.

Nun ist es aber so: Vom Glauben kann man abfallen, vom Wünschen nicht so leicht.

Als es das Christkind noch gab, gestaltete sich alles einfach. Ein Wunschzettel war schnell geschrieben, Orthografie wurde als etwas für Kleingeister abgetan. Paul sah es pragmatisch: Das Christkind findet jeden Zettel, wo er auch ist und wie er auch aussieht. Es ist ja schließlich nicht blöd.

Aber die Eltern? Also geht Paul das jetzt strategisch an: Er schreibt den Wunschzettel am Notebook. Jedes Produkt wird präzise beschrieben, zur Sicherheit klaut er ein Bild aus dem Internet und stellt es dazu. Dann druckt er den Wisch mehrfach aus und deponiert ihn an häufig frequentierten Stellen. Selbst Stevie Wonder, würde er bei uns wohnen, fände einen.

Als irgendwann ein Wunschzettel fehlte, irritierte Paul das. "Habt ihr?" "Nein, das Christkind." Augenrollen.

Ist es kindisch, von Kindern zu lernen? Vielleicht, aber es ist ja Weihnachten, da darf man. Frohes Fest Ihnen allen!

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