Jugendkriminalität steigt an

Fünfmal so viele Syrer – Polizei-Großeinsatz in Wien

82 Beamte, Fremdenpolizei, Spürhunde: Großeinsatz am Bahnhof Meidling bei einer Schwerpunktaktion gegen Jugendkriminalität. Die Details.
Wien Heute
20.08.2026, 09:30
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Am Mittwoch Abend rückte die Polizei am Bahnhof Wien-Meidling mit 82 Beamten zu einer Schwerpunktaktion gegen Jugendkriminalität aus. Der Einsatz ging bis in die frühen Morgenstunden und ist Teil einer seit Monaten laufenden Strategie, mit der die Exekutive insbesondere gegen Gewalt- und Straßenkriminalität unter Jugendlichen vorgeht.

"Die Jugendkriminalität ist und bleibt ein Sorgenkind. Deshalb müssen wir gerade in diesem Bereich ganz konsequent vorgehen und dagegenzuhalten. Wir werden die Schwerpunktmaßnahmen so lange fortsetzen, wie es notwendig ist", erklärt Innenminister Gerhard Karner (ÖVP).

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Immer mehr junge Tatverdächtige

Die aktuellen Zahlen zeichnen laut Innenministerium ein deutliches Bild: Die Kriminalität werde jünger und digitaler. Besonders bei der Straßenkriminalität, aber auch bei Radikalisierung im Internet, spiele die Altersgruppe eine zunehmende Rolle.

Die Zahl der unter 18-jährigen Tatverdächtigen stieg innerhalb von fünf Jahren von 37.185 im Jahr 2021 auf 49.067 im Jahr 2025 – ein Plus von 32 Prozent. Bei ausländischen Tatverdächtigen unter 18 Jahren kam es im selben Zeitraum sogar zu einer Verdoppelung: von rund 11.000 auf rund 22.000.

Verfünffachung bei Straftaten von syrischen Kindern

Besonders stark fällt die Entwicklung bei syrischen Jugendlichen im Alter von zehn bis 14 Jahren aus. Hier stieg die Zahl der Tatverdächtigen von 318 im Jahr 2021 auf 1.528 im Jahr 2025 – beinahe eine Verfünffachung.

Auch der Langzeitvergleich fällt deutlich aus: 2006 wurden 27.963 Tatverdächtige unter 18 Jahren registriert, 2025 waren es 49.067. Das entspricht einem Anstieg von rund 75 Prozent. Zum Vergleich: Die Bevölkerung Österreichs wuchs im selben Zeitraum um etwa sechs Prozent.

Wien besonders betroffen

Ein großer Teil der Jugendkriminalität entfällt auf die Bundeshauptstadt. Von den 49.067 unter 18-jährigen Tatverdächtigen im Jahr 2025 wurden rund 16.400 in Wien registriert – damit etwa ein Drittel des gesamten Aufkommens.

Um gegenzusteuern, wurde im März 2024 die Einsatzgruppe Jugendkriminalität unter Leitung des Bundeskriminalamts eingerichtet. Seither führt die Polizei regelmäßig Schwerpunktaktionen durch, insbesondere in Wien. Dabei werden unterschiedliche Einheiten zusammengezogen. Neben Polizisten aus den Bezirken kommen unter anderem die Bereitschaftseinheit, Diensthundeführer sowie Kräfte der Fremden- und Grenzpolizei zum Einsatz. Auch Beamte aus anderen Bundesländern unterstützen mittlerweile die Einsätze in Wien.

1.600 Festnahmen seit 2024

Die bisherige Bilanz: Seit Einrichtung der Einsatzgruppe wurden laut Innenministerium rund 1.600 Personen festgenommen, darunter etwa 600 Minderjährige. Zudem stellten die Beamten mehr als 200 Waffen sicher – vor allem Messer und Schlagringe.

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Neben den polizeilichen Maßnahmen setzt die Bundesregierung auch auf gesetzliche Verschärfungen. Als wichtige politische Maßnahme nennt das Innenministerium den im März 2025 gestoppten Familiennachzug. Künftig soll dieser über eine Quote geregelt werden, wobei die erste Quote sehr niedrig ausfallen soll.

Maßnahmenpaket gegen Jugendkriminalität

Geplant ist außerdem ein Maßnahmenpaket gegen Jugendkriminalität. Dazu zählen unter anderem eine verpflichtende polizeiliche Regelbelehrung, sicherheitspolizeiliche Fallkonferenzen, eine gefängnisähnliche Unterbringung für bestimmte Jugendliche sowie ein Messertrageverbot.

Die Schwerpunktkontrollen – wie am Mittwoch am Bahnhof Meidling – sollen jedenfalls weitergehen. Karner macht klar: Die Polizei will bei jungen Gewalttätern auch künftig genau hinschauen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 20.08.2026, 09:30