Wien

Für 80.000 Wiener läuft der Grüne Pass jetzt ab

Seit 1. Februar gilt das Corona-Impfzertifikat statt neun nur mehr sechs Monate. Großen Andrang in den Impfstraßen erwartet die Stadt trotzdem nicht.
Heute Redaktion
01.02.2022, 16:04

Für rund 80.000 Wiener änderte sich ihr Impfstatus quasi über Nacht. Das Zertifikat ist ab 1. Februar nicht mehr gültig, die Auffrischung fehlt. Wer bis jetzt nicht boostern will, muss dies entweder rasch nachholen oder auf so manches verzichten. 

Eine im Vorfeld diskutierte Übergangsfrist wurde im Rahmen der Lockerungsmaßnahmen nicht vereinbart. Für Unmut sorgt das derzeit in den sozialen Medien. "Ich bin einer von 235.000, bei denen der Grüne Pass heute vorzeitig abgelaufen ist. Sachlich nicht mehr gerechtfertigt. Reine Willkür der Bundesregierung", twittert der nicht amtsführende FPÖ-Stadtrat Dominik Nepp.

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Booster-Kampagne hinfällig?

Das Gesundheitsministerium hat betroffene Personen im Vorfeld über die "Grüne Pass"-App über das Auslaufen des Zertifikats informiert. Mit der kürzeren Gültigkeit der Nachweise möchte man mehr Menschen im Land zur Booster-Impfung bewegen. Für Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) geht das nicht mit den Lockerungen einher. Ab 5. Februar fällt die Sperrstunde um 22 Uhr, ab 12. Februar soll 2G im Handel Geschichte sein und kurz darauf auch die Gastronomie folgen. "Auf der einen Seite will man die Leute zum Boostern aufrufen, auf der anderen Seite lockert man, sodass die Impfung im Alltag eigentlich nicht mehr benötigt wird. Das ist widersprüchlich", so ein Sprecher des Stadtrates. "Damit nimmt man den Wind aus den Segeln der Booster-Kampagne."

Bis zu 6.000 Drittstiche am Tag

Für den 1. Februar wurde zuvor eine Impf-Welle erwartet, der Samariterbund bereitete sich bereits auf einen großen Ansturm vor. Dieser blieb bisher aus. "An den Zahlen hat sich bisher nicht viel geändert und wir erwarten aktuell auch keinen riesen Andrang", heißt es aus dem Büro des Stadtrates. Täglich werden momentan zwischen 4.000 und 6.000 Booster-Impfungen in Wien verabreicht. Aufgrund der Lockerungen werde es voraussichtlich erst im Juni wieder einen Ansturm auf die Impfzentren geben, so der Sprecher von Stadtrat Hacker. "Dann wollen alle auf Urlaub fahren und brauchen sie wieder." Die Kritik von Dominik Nepp kann man im Büro des Stadtrates nicht verstehen: "Jeder der sein Zertifikat verlängern möchte, kann boostern gehen!"

Start für Novavax offen

Wer sich nicht mit jenen Impfstoffen, die derzeit am Markt sind, sein Jaukerl holen möchte, wartet indes auf die ersten Termine mit dem Proteinimpfstoff Novavax. Dieser ist zwar bereits in Österreich zugelassen, der Liefertermin jedoch noch unbekannt. 7.400 Personen haben sich in Wien bereits für die Impfung mit Novavax vorgemerkt. "Aktuell gehen wir von Ende Februar aus, können das aber nicht sicher sagen", heißt es aus dem Stadtrat-Büro.

Für den 1. Februar hat die FPÖ indes in der ganzen Stadt Protest-Aktionen gegen die Wiener „Corona-Schikanen“ angekündigt. Es soll Verteilaktionen bei den U-Bahn-Stationen und anderen belebten Plätzen geben. Konkret fordere man ein sofortiges Aus für die 2-G-Regelung im Handel, die Impfpflicht, dieTests an Schulen und die Quarantäne-Regeln für positiv Getestete, heißt es in einer Aussendung.

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