"Für jede Lüge von Kurz nehmen wir ein Kind auf"

Posting von Kollross; im Hintergrund das abgebrannte Flüchtlingslager
Posting von Kollross; im Hintergrund das abgebrannte FlüchtlingslagerScreenshot Facebook, Picturedesk
In der Debatte um die Aufnahme von Flüchtlingskinder aus Moria sorgt jetzt SPÖ-Nationalrat und Bürgermeister Andreas Kollross für Aufregung.

Die Diskussion um die mögliche Aufnahme von Flüchtlingen aus Griechenland hält in Österreich weiter an. Im ehemaligen Camp Moria auf der griechischen Insel Lesbos, das am vergangenen Mittwoch bei einem Großbrand zerstört worden war, hatten mehr als 12.000 Migranten gelebt. 

"Vorschlag an und für Kurz"

Nach der Kritik der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem koalitionsinternen Krach zwischen Türkis und Grün um die Aufnahme zumindest von Flüchtlingskindern schaltet sich nun auch der nö. SPÖ-Nationalratsabgeordnete und Trumaus Bürgermeister Andreas Kollross in die Debatte ein.

Auf Facebook sorgte er Dienstagfrüh mit seinem Posting für Aufregung: "Ich hätte einen Vorschlag an und für Kurz. Für jede Lüge von ihm, nehmen wir ein Kind aus #Moria in Österreich auf. Ich denke, so lösen wir die humanitäre Katastrophe vor Ort am schnellsten."

Das Posting von Kollross
Das Posting von KollrossScreenshot Facebook

Bereits im März hatte sich Andreas Kollross zur Lage in Griechenland klar positioniert: Auch damals sorgte er mit einem Facebook-Beitrag für Diskussionen. "Es könnte ganz einfach jede Gemeinde/Stadt zumindest eine Familie aufnehmen und einen Beitrag leisten um dieses Drama zu entschärfen. Die Regierung müsste dafür nur ihre Empathielosigkeit ablegen. Ich wäre bereit! Die Regierung auch?", postete am 4. März 2020 der SPÖ-Bürgermeister aus dem Bezirk Baden.

"Wir werden deutschen Weg nicht folgen"

Bundeskanzler Sebastian Kurz (VP) lässt jedenfalls die Kritik der deutschen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an seiner Haltung in der Debatte um die Aufnahme von unbegleiteten Minderjährigen aus dem abgebrannten Flüchtlingslager Moria abprallen. Österreich entscheide souverän, sagte Kurz am Dienstag am Rande eines Pressetermins.

"Wir werden dem deutschen Weg hier nicht folgen", sagte der Regierungschef bei einem Kasernenbesuch in Niederösterreich. "Ich gehe auch davon aus, dass sehr viele europäische Länder diesem Weg - Flüchtlinge in großer Zahl aus Griechenland aufnehmen - nicht folgen werden. Wir hier in Österreich haben in den letzten Jahren eine sehr, sehr hohe Zahl an Flüchtlingen aufgenommen."

"Wichtig zunächst zu integrieren"

Österreich sei EU-weit das am drittstärksten von Migrationsbewegungen betroffene Land, so Kurz. Auch habe Österreich nach Schweden die meisten Kinder aufgenommen, sagte er. Und er verwies neuerlich darauf, dass alleine 2020 3.700 Minderjährigen durch eine positive Entscheidung im Asylverfahren Schutz in Österreich gewährt worden sei. Österreich habe dadurch sehr große Herausforderungen im Integrationsbereich. Es sei wichtig "zunächst diejenigen zu integrieren, als ständig neue aufzunehmen", so der ÖVP-Obmann.

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