Am Donnerstag hat Deutschlands Fußballverband zu einem Medientermin für Freitagvormittag geladen. Um 11 Uhr steigt eine "hybride Pressekonferenz" auf dem DFB-Campus in Frankfurt. Ohne den Namen von Star-Trainer Jürgen Klopp zu erwähnen, ist allerdings klar: Der Kult-Coach wird als neuer Teamchef vorgestellt. Klopp übernimmt nach dem blamablen WM-Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay und dem darauffolgenden Rückzug von Julian Nagelsmann das Traineramt des deutschen Nationalteams. Der 59-Jährige unterschreibt einen bis 2030 laufenden Vertrag.
Dass sich der Deutsche mit dem DFB geeinigt hatte, ist schon seit zwei Wochen klar. Zuletzt ging es nur noch über den Abgang von Red Bull. Dort war Klopp bis zuletzt als "Head of Global Soccer" für sämtliche Fußball-Engagements des Energydrink-Giganten verantwortlich – von Leipzig über Salzburg und New York bis hin zu Brasilien und Japan.
Sein Arbeitspapier hatte keine Ausstiegsklausel, deshalb wurde intensiv gefeilscht um Klopp. Anfangs stand im Raum, dass der Deutsche auch zukünftig als Red-Bull-Werbebotschafter tätig sein könnte. Diese Idee wurde aber schnell verworfen. Beide Seiten suchten danach "kreative Lösungen". Und nun wird klar, welche Art von Kreativität beide Seiten da an den Tag legten.
Denn um die Klopp-Freigabe von Red Bull zu erhalten, fließt ein Millionen-Betrag, konkret exakt eine Million Euro, an das Bullen-Universum. Nicht allerdings als Ablöse, sondern für einen guten Zweck, berichtet zumindest die "Bild". Demnach geht die Summe an die "Wings for Life"-Stiftung, die sich dem Kampf gegen Querschnittslähmung verschrieben hat, sich stark in der Rückenmarksforschung einbringt. Und jährlich den "Wings for Life World Run" veranstaltet.
Die volle Summe soll demnach in die Forschung gehen. Klopp selbst ist in den letzten beiden Jahren beim Lauf-Spektakel an den Start gegangen.
Er hatte sich zuletzt mit der Red-Bull-Führung rund um die beiden Geschäftsführer Oliver Mintzlaff und Franz Watzlawick getroffen, um über seinen Abgang zu sprechen. Durch diese Spende sollen beide Seiten nun zufrieden auseinandergehen können.