Vom Luxus-Käse zum Auktions-Schnäppchen? Nach dem Aus für "Crazy Cheese" wird derzeit das Inventar der Firmenzentrale in Hart bei Graz versteigert. Und dabei geht es nicht nur um Möbel, Maschinen und jede Menge extravagante Dekoration.
Auch der letzte echte "Crazy Cheese" muss weg.
Dutzende Käselaibe aus dem Kühlraum kommen im Zuge der Insolvenzverwertung unter den Hammer. Besonders kurios ist dabei der Blick auf die Rufpreise: Ganze Laibe mit einem Gewicht von rund zehn Kilogramm starten teilweise bereits bei 20 bis 25 Euro.
Zum Vergleich: Zu erfolgreichen Zeiten wurde der Käse von Roland Ludomirska teilweise ab 20 Euro für gerade einmal 100 Gramm angeboten.
Rein rechnerisch wären zehn Kilogramm bei einem Preis von 20 Euro pro 100 Gramm also 2.000 Euro wert gewesen. Nun startet ein ganzer Laib teilweise zum Preis einer früheren 100-Gramm-Portion.
Allerdings: Bei den angegebenen Beträgen handelt es sich lediglich um Rufpreise. Wie hoch die Gebote tatsächlich steigen und zu welchem Preis die Laibe am Ende verkauft werden, entscheidet sich erst bei der Auktion.
Trotzdem könnte der Kontrast kaum größer sein.
Roland machte aus Käse schließlich bewusst ein Luxusprodukt. Sorten mit Namen wie "Schwarzer Diamant" oder "Geiler Bock" gehörten zum Konzept. Dazu kamen extravagante Shops und die öffentliche Inszenierung des Unternehmers als "Käse-Millionär" und "President of Decadence".
Davon ist inzwischen nicht mehr viel übrig. Im Juli 2026 wurden Insolvenzverfahren über zwei Gesellschaften der "Crazy Cheese"-Gruppe eröffnet. Die Geschäfte wurden geschlossen, eine Fortführung war nicht vorgesehen.
Nun wird auch die Firmenzentrale leergeräumt. Insgesamt kommen mehr als 660 Positionen unter den Hammer. Neben den letzten Käselaiben können Interessierte unter anderem Champagnergläser, einen handgemachten Champagnersäbel, eine Discokugel, Gastro-Geräte und zahlreiche "Crazy Cheese"-Werbeartikel ersteigern.
Die ersten Zuschläge erfolgen am 24. August. Mitbieten können nach einer Registrierung nicht nur Unternehmen, sondern auch Privatpersonen.
Für Käsefans könnte die Pleite damit zumindest einen ungewöhnlichen Nebeneffekt haben: Was früher als exklusives Luxusprodukt verkauft wurde, startet nun zum Diskont-Rufpreis.
Aus "Crazy Cheese" wird zumindest bei der Auktion plötzlich "Crazy billig".