In Wien gibt es derzeit 18 Hebammen mit Kassenvertrag. Zu wenig, klagte etwa die Patientenanwaltschaft. Jetzt wurde fixiert: Fünf zusätzliche Stellen kommen.
Immer wieder gibt es Klagen über einen Hebammen-Mangel in Wien. Schon Ende 2016 forderte die Patientenanwaltschaft eine "Verdreifachung der Hebammen-Stellen mit Kassenvertrag". Doch: Viel passierte nicht. Der Stand der Hebammen mit Kassenvertrag mit 1. 1. 2017: 18 Hebammen. Wenig, denn: Allein in den Wiener Gemeindespitälern kommen täglich 28 Babys zur Welt.
Fünf zusätzliche Kassen-Hebammen ab Ende April
Jetzt reagiert die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK). "Mit Ende April hat die WGKK die Aufstockung der Hebammenplanstellen in Wien um fünf auf insgesamt 23 Stellen beschlossen, die in den nächsten Wochen besetzt werden", heißt es gegenüber dem ORF.
Wunsch: 62 Kassen-Hebammen für Wien
Die Aufstockung sei zwar ein "wichtiger Schritt in die richtige Richtung", aber langfristig werde es "sicher mehr brauchen", so Marianne Mayer von der Wiener Landesstelle des Österreichischen Hebammengremiums (ÖHG) zum ORF. Ihr Wunsch: Mindestens zwei Kassenhebammen pro Bezirk – also insgesamt 46 Kassen-Hebammen für die ganze Stadt. "Idealerweise" bräuchte es überhaupt 62 Kassen-Hebammen in Wien – um mit dem bundesweiten Schnitt mithalten zu können.
Für schwangere Frauen, die keine Kassen-Hebamme bekommen, kann es teuer werden. Wer privat zahlt, muss zwischen 80 und 100 Euro pro Besuch auf den Tisch legen. Man stehe vor der Situation, "dass Frauen nach einer Entbindung immer früher aus dem Spital entlassen werden und dadurch der Bedarf und die Kosten an ambulanter Betreuung steigen", so die WGKK – die auch die Spitäler in die Pflicht nehmen will.
(gem)