Heuer findet der HWC in Sacramento, Amerika statt. Nach einer dreijährigen Pandemiepause ist es heuer das 20. Jubiläum des Cups. Sowohl ein Männer- als auch ein Frauenteam werden Österreich heuer vertreten.
"Der Homeless World Cup ist eine einzigartige Chance. Jeder Spieler darf nur einmal teilnehmen", erklärt auch Caritas-Präsident Michael Landau. "Die Spieler treten über den Fußball aus ihrer sozialen Isolation heraus", betont Landau.
Frauenteam-Chefin Katharina Kaspers ist heuer zum ersten Mal mit dabei. "Wir haben ein sehr vielfältiges Team" betont sie bei der Teamvorstellung in Wien.
Ein Teil davon ist Daniella Török. Die 32-Jährige kommt ursprünglich aus Ungarn, ist seit zweieinhalb Jahren in Wien. "Mit Fußball hatte ich damals gar nichts am Hut, ich hab noch nie gespielt", erzählt sie im Gespräch mit "Heute". Damals hatte sie ein Alkoholproblem, war gerade auf Wohnungssuche. Vor etwa einem Jahr sprach sie in Trainer an, sie kickte probeweise. "Und seitdem bin ich total crazy nach Fußball", lacht Török.
"Der Fußball hat mein Leben verändert. Er hat es in eine ganz andere Richtung gelenkt", schildert sie. Statt Partys zählt für sie nun nur der Sport. Sie trainiert auch Volksschulkinder. "Ich lerne viel von ihnen, es macht super viel Spaß", erzählt sie strahlend. Sie ist sehr stolz, dass sie beim Homeless World Cup für Österreich spielen darf, weil ihr auch das Sozialsystem hier so geholfen hat. Auf Amerika freut sie sich auch schon. "Mir ist der Spaß am wichtigsten. Dass alle 100 Prozent geben. Es ist eh schon alles wie im Traum", blickt sie voller Vorfreude auf das Tunier.
Auch im Herrenteam macht sich Vorfreude breit. Teamchef Gilbert Prilasnig, selbst ehemaliger Fußballspieler, ist gesapnnt auf die Atmosphäre in Sacramento. "Der Homeless World Cup in Sacramento wird mein 17. Turnier als Teamchef von Österreich sein", erzählt er bei der Teampräsentation.
In seinem Team wird auch Timo Höglinger spielen. Aktuell ist er beim Grünen Kreuz in Therapie wegen einer Suchtkerkrankung. "Der Sportleiter hat mich dort gefragt, ob ich beim Sichtungstraining mitmachen will. So bin ich irgendwie in die anderen Trainings und schließlich ins Team gekommen", erzählt der 24-Jährige.
Schon als Kind und bis in seine Jugend hinein hat er Fußball gespielt. Das hat sich irgendwann verloren. "Doch ich hab den Sport wieder für mich entdeckt. Es macht mir wieder sehr viel Spaß", erzählt Höglinger. Mit seinem Team versteht er sich gut, dazu haben auch diverse Trainingslager beigetragen. Auf die Weltmeisterschaft freut er sich schon, "nur vor dem langen Flug hab ich etwas Respekt", lacht er.
Der 24-Jährige hat aktuell etwa die Hälfte seiner Therapie abgeschlossen. "Sport ist dort ein fester Bestandteil des Tagesablauf. Ich will auch nach dem World Cup bei einem Fußballverein in der Nähe anfangen. Wenn die Therpaie irgendwann vorbei ist, will ich wieder in meine Heimatstadt ziehen. Dann möchte ich wieder bei dem Verein spielen, wo ich schon als Kind war", so höglinger.
Beim Homeless World Cup wird eine spezielle Art des Fußballs gespielt – sogenanntes Street Soccer. Dafür braucht man nur drei Feldspieler und einen Torwart gleichzeitig am Feld, die ganze Mannschaft besteht insgesamt nur aus acht Personen.
Vom 8. bis 15. Juli wird in Sacramento, Kalifornien um die Weltmeisterschaft gekickt. Der Homeless Wolrd Cup will zeigen, dass die Kraft des Fußballs Leben verändern kann. "Es geht darum, Menschen vom Rande der Gesellschaft über den Sport wieder in die Mitte der Gesellschaft zu begleiten", betont auch Caritas-Präsident Michael Landau.