Wer beim WM-Finale auf fußballerische Leckerbissen gehofft hatte, wurde in den ersten 45 Minuten bitter enttäuscht.
Zwischen Spanien und Argentinien entwickelte sich eine zähe Partie – echte Torchancen? Fehlanzeige. Beide Mannschaften neutralisierten sich nahezu komplett und sorgten dafür, dass auf den Rängen deutlich weniger passierte als erhofft.
Dann kam die Halbzeit.
Und plötzlich war das MetLife Stadium nicht mehr Fußball-Arena, sondern die wohl größte Konzertbühne des Jahres.
Dabei war die erstmals veranstaltete Halbzeitshow im Vorfeld noch heftig kritisiert worden. Viele Fans befürchteten eine zu starke Amerikanisierung des WM-Finales. Nach den ersten 45 Minuten dürfte sich aber selbst der größte Kritiker eingestanden haben: Die Show war deutlich unterhaltsamer als das Spiel.
Den Auftakt machte Madonna. Die Pop-Queen wurde stilecht von den brasilianischen Fußball-Legenden Ronaldo und Ronaldinho in einem Buggy auf den Rasen chauffiert.
Anschließend wurde es kurios: Star-Dirigent Gustavo Dudamel dirigierte gemeinsam mit den Figuren der Muppet Show eine Version von "Seven Nation Army". Die pelzigen TV-Stars sorgten mit ihrer Choreografie für zahlreiche Lacher auf den Rängen.
Danach übernahm die K-Pop-Band BTS die Bühne, ehe Kultfigur Ted Lasso für einen der witzigsten Momente des Abends sorgte. Der Seriencoach "wechselte" kurzerhand Justin Bieber ein – sehr zur Freude der Fans im Stadion.
Richtig heiß wurde es schließlich mit Shakira. Die Sängerin präsentierte noch einmal ihren offiziellen WM-Song "Dai Dai" und brachte das Stadion mit ihrer Performance zum Beben.
Den Schlusspunkt setzte schließlich Coldplay, bevor der Ball wieder rollte.
Nach einer torlosen ersten Hälfte fiel das Urteil vieler Fans eindeutig aus: Die viel kritisierte Halbzeitshow hatte dem WM-Finale bis dahin mühelos die Show gestohlen.