Ganze Ortspartei tritt aus – und warnt vor der FPÖ

Ein Schneemann mit der Aufschrift "Wer Dosko will, wählt Doskozil!" und ein FPÖ-Wahlplakat zu den burgenländischen Landtagswahlen. Bei der FPÖ kommt es kurz vor der Wahl zu Austritten.
Ein Schneemann mit der Aufschrift "Wer Dosko will, wählt Doskozil!" und ein FPÖ-Wahlplakat zu den burgenländischen Landtagswahlen. Bei der FPÖ kommt es kurz vor der Wahl zu Austritten.Bild: picturedesk.com
Nicht einmal zwei Wochen vor der burgenländischen Landtagswahl verlassen alle Mitglieder die FPÖ-Ortspartei von Tadten (Bezirk Neusiedl am See).
Knalleffekt vor der Burgenland-Wahl: FPÖ-Urgestein Silvia Burian legt mit sofortiger Wirkung alle Funktionen nieder und tritt aus der FPÖ aus. Auch alle FPÖ-Mitglieder der Ortspartei verlassen die Freiheitlichen. Burian warnt zudem Wähler davor, der FPÖ bei der Landtagswahl ihre Stimme zu geben. Von der FPÖ aus versucht man, die Causa herunterzuspielen.



Burian meldete sich mit einer Aussendung zu Wort. "Ursächlich für meinen Entschluss ist nicht ein Anlass, der das Fass sprichwörtlich zum Überlaufen gebracht hat. Es ist vielmehr eine Ansammlung von Vorkommnissen, die mit meinem Selbstverständnis von Ehrlichkeit, Glaubwürdigkeit und korrektem Umgang untereinander nicht kompatibel sind", heißt es darin.

CommentCreated with Sketch.16 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Freunderlwirtschaft und Frauenfeindlichkeit?

Gegenüber "meinbezirk.at" erklärt Burian, die FPÖ Burgenland scheue nicht nur den Kontakt zu den Bürgern, sondern es gehe ihr auch gar nicht um deren Bedürfnisse. Vielmehr würden FPÖ-Politiker nur mehr vor Wahlen ausschwärmen und – so deutet es Burian an – auch alkoholbedingt ein Verhalten und eine Gedankenwelt offenbaren, "die einfach nicht mehr die meine ist". Burian beklagt Freunderlwirtschaft und Frauenfeindlichkeit in der Partei.

Sie selbst sei in der Vergangenheit "basierend auf Falschbehauptungen und unwahren Anschuldigungen aus der Partei ausgeschlossen". Den Rauswurf habe die FPÖ zurücknehmen müssen, doch jetzt reiche es. "Wir sind weg! Wie heißt es so schön? Der Fisch beginnt beim Kopf zu stinken. Und der Geruch ist mittlerweile unerträglich! Daher meine Wahlempfehlung: auf keinen Fall FPÖ!", sagt Burian.

FPÖ spielt Austritte herunter

FPÖ-Klubobmann Géza Molnár zeigte gegenüber "meinbezirk.at" keine Bedauerung für den Schritt. Burian habe "lächerliche" 35 Stimmen bei der letzten Wahl eingefahren und sei aus dem Gemeinderat geflogen. Sie lasse " jetzt den Frust über ihre eigene Erfolglosigkeit kurz vor der Landtagswahl an der FPÖ" aus. Außerdem gebe es Parteiaustritte und Unzufriedenheiten auch bei der ÖVP und den Grünen.

FPÖ-Landesparteisekretär Christian Ries meldete sich gegenüber dem "ORF Burgenland" zu Wort. Der Austritt von Burian habe sich schon länger abgezeichnet, ließ er wissen. Burian tue sich schwer, "mit anderen zusammenzuarbeiten". Zudem hätte man vier der fünf mit ihr ausgetretenen Mitglieder sowieso streichen müssen, da sie ihren Mitgliedsbeitrag nicht eingezahlt hätten. "Ich glaube, das sagt viel aus", so Ries.



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