Oberösterreich

Ganze Stadt will 4-Tage-Woche – die Pläne im Detail

Die Bürgermeisterin von Bad Ischl plant eine 4-Tage-Woche für Gemeindebedienstete. Das Konzept wird im Herbst präsentiert, Details nannte sie bereits.
Johannes Rausch
25.07.2022, 11:46
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Die Idee dahinter: Gemeindebedienstete der Stadt Bad Ischl (Bezirk Gmunden) sollen zukünftig auf freiwilliger Basis an vier Tagen in der Woche arbeiten. Zwei Konzepte dazu seien noch in Bearbeitung ehe sie im Herbst der Öffentlichkeit präsentiert werden, so Bürgermeisterin Ines Schiller (SP) gegenüber "Heute".

Im Gespräch erklärt die Ischler Stadtchefin wie sie auf diese Idee gekommen ist: "Es wird immer schwieriger neue Mitarbeiter zu finden. Wir mussten viele Ausschreibungen verlängern. In der Privatwirtschaft kann man bei diesem Problem den Menschen einen höheren Gehalt bieten, bei uns im öffentlichen Bereich ist das jedoch gesetzlich nicht möglich. Deshalb habe ich schon lange darüber nachgedacht und mich gefragt: Warum soll es die Möglichkeit von Home Office nur in der Corona-Zeit geben?"

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"Anreiz schaffen"

Mit einer Hürde wurde sie im Rahmen des Bewerbungsprozesses häufig konfrontiert: "Es haben sich einige qualifizierte Frauen bei uns gemeldet, die waren fachlich kompetent und wollten gerne bei uns arbeiten. Aber sie konnten Beruf und Familie nicht vereinbaren und mussten deshalb absagen." Auch dies sei ein Grund gewesen, über Alternativen und neue Modelle im Arbeitsbereich nachzudenken.

Schiller will mithilfe dieses Modells für neue und bestehende Mitarbeiter einen "Anreiz schaffen" ihre individuelle Work-Life-Balance zu finden: "Ich komme ja aus der Pflege und habe es auch genossen, einen freien Tag unter der Woche für gewisse Erledigungen zu haben. Auf unserer Gemeinde haben wir manchmal nur am Vormittag Amtszeiten, somit ist flexibles Home Office kein Problem. Wenn ein Mitarbeiter zum Beispiel lieber am Abend seine Arbeit von zuhause aus fertig machen will, ist das natürlich möglich."

Mitarbeiterbefragung und Mitspracherecht

Im Zuge dessen möchte sie zwei verschiedene Modelle ausarbeiten und diese einer Mitarbeiterbefragung unterziehen. Die Mitarbeiter haben auch ein Mitspracherecht. Beide Konzepte werden schließlich im Herbst präsentiert, für eines werde man sich dann entscheiden.

Bis jetzt sei sie mit ihrem Plan auf keine große Kritik gestoßen, nur einige ältere Mitarbeiter hätten sich gegen eine 4-Tage-Woche ausgesprochen: "Die arbeiten seit 25, 30 Jahren hier und sind es vielleicht nicht gewohnt sich auf ein neues, anderes Konzept einzustellen. Doch die überwiegende Mehrheit meiner Mitarbeiter zeigte eine positive Reaktion."

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