Politik

"Ganzes Leben gearbeitet" – Hungernde Frau eine Schande

Ihre Pension reicht nur noch für eine 19-Cent-Semmel pro Tag – das Schicksal einer Frau aus NÖ rührt das Land. Nun reagiert Caritas-Präsident Landau.

Heute Redaktion
Caritas-Präsident Michael Landau (r.) nimmt nun die Bundesregierung in die Pflicht.
Caritas-Präsident Michael Landau (r.) nimmt nun die Bundesregierung in die Pflicht.
"Heute", Helmut Graf

Die steigenden Miet- und Stromkosten sowie die zunehmenden Lebensmittelpreise lassen immer mehr Menschen in bittere Armut abrutschen. Pensionisten sind dabei besonders stark von den Teuerungen betroffen. Immer mehr von ihnen können sich nicht einmal mehr gesunde und vollwertige Lebensmittel leisten. Urlaube oder Essen gehen sind für viele schon lange ein Luxusgut. 

Pension reicht für 19-Cent Semmel 

Der Pensionistin Paula (Name geändert) bleibt wegen den Teuerungen nicht einmal mehr Geld für Essen übrig, "Heute" berichtete. Nun steht sie vor der schweren Entscheidung: Entweder bleibt sie in ihrer Wohnung und hungert oder sie geht in ein Pflegeheim, wo sie zumindest täglich zu Essen bekommt. In ihrer verzweifelten Lage wendete sie sich an die Sozialberatung der Caritas.

Denn bei einer Pension von knapp 1.000 Euro bleibt ihr abzüglich der Fixkosten nicht mehr viel zum Leben übrig. "Ich hab mir die 19-Cent-Semmeln und ein Stück Hartwurst gekauft. Das ist alles, was sich ausging.", erzählt Paula. Auch ein Kaffeehausbesuch mit Freunden geht sich nicht mehr aus. Die Pensionistin fühlt sich beschämt und alleine. 

Scharfe Kritik an Regierung 

Nach dem "Heute"-Bericht meldete sich auch Caritas-Präsident Michael Landau zu Wort. "Ich halte es für eine Schande, dass sich Mindestpensionistinnen, die ihr ganzes Leben lang gearbeitet haben, jetzt im Alter um Lebensmittelhilfe bei der Caritas und anderen Hilfsorganisationen anstellen müssen", sagt er gegenüber "Heute".

Er appelliert dringend an die Bundesregierung, die Mindestpensionen, sprich den Ausgleichszulagenrichtsatz, substanziell zu erhöhen. "Das sind wir den Menschen schuldig, die oft kein leichtes Leben hatten und viel für Österreich getan haben. Wir dürfen uns mit der Not nicht abfinden, die es auch bei uns nach wie vor gibt", so Landau. 

Bereits im Mai forderte die Caritas eine deutliche Erhöhung der Mindestpensionen und betonte, dass Einmalzahlungen nicht ausreichen, um die zunehmende Altersarmut zu bekämpfen. Es brauche umfassende Reformen im Sozialsystem, appellierte Landau schon damals an die Regierung. 

Du willst Menschen wie Paula, die es gerade sehr schwer haben, helfen?
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