Gärtner als Täter? Home-Invasion-Bande vor Gericht

Staatsanwalt Philip Christl (li.) und LKA-Chef Gottfried Mitterlehner gaben bei einer Pressekonferenz im April 2017 die Ausforschung der Home-Invasion Bande bekannt.
Staatsanwalt Philip Christl (li.) und LKA-Chef Gottfried Mitterlehner gaben bei einer Pressekonferenz im April 2017 die Ausforschung der Home-Invasion Bande bekannt.Bild: Harald Dostal

Eine Rentnerin (78) wurde in ihrer Wohnung in Leonding (Bez. Linz-Land) brutal ausgeraubt. Der eigene Gärtner der Frau soll der Drahtzieher der Attacke sein.

Der Fall sorgte für große Aufregung: Vier Rumänen kletterten laut Anklage in der Nacht auf 14. August des Vorjahres über eine selbst gebastelte Leiter über den Balkon in die Wohnung der 78-Jährigen. Die Wohnung befindet sich im zweiten Stock - die Balkontüre stand offen. Ein weiterer Rumäne hielt draußen Wache.

Und die Anklage ließt sich weiter, wie in Tatort-Krimi: Die Männer waren mit Messern und Schraubenziehern bewaffnet und gingen äußerst brutal vor: Sie schlugen, knebelten und fesselten die Frau und forderten Bargeld. Im Gästezimmer trafen die Räuber auf einen mongolischen Asylwerber, den sie ebenfalls knebelten und fesselten.

Der eigene Gärtner wars

Als vermutlichen Drahtzieher konnte die Polizei einen 48-jährigen Mazedonier ausforschen, der schon mehrmals als Gärtner bei der Frau gearbeitet und im Gästezimmer übernachtet hatte. Er vermutete hohe Bargeldbeträge bei der Rentnerin, um die 300.000 Euro.

Tatsächlich erbeuteten die Männer nur ein paar Ringe, das Handy der Frau sowie 3.200 Euro Bargeld.

Mittlerweile gelang es den Ermittlern, die gesamte Bande auszuforschen und festzunehmen. Auch ein 19-jähriger Rumäne, der im April 2017 noch auf der Flucht war, konnte inzwischen in Frankreich gefasst werden. Sein Prozess wird gesondert zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden.

Bis 15 Jahre Haft

Fünf Männer müssen sich heute, Freitag, wegen des Verbrechens des schweren Raubes und des Vergehens der Freiheitsentziehung vor dem Linzer Landesgericht verantworten. Laut Staatsanwalt Philip Christl droht ihnen eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren.



(rs)

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