Gastro-Chaos – Mehreren Beisln droht die Insolvenz

Die Gastronomie kommt aus dem Krisenmodus nicht heraus.
Die Gastronomie kommt aus dem Krisenmodus nicht heraus.Frank Hoermann / dpa Picture Alliance / picturedesk.com
Harte Zeiten für die Gastronomie. Branchenvertreter schlagen Alarm und warnen vor weiteren Insolvenzen aufgrund der hohen Preise.

Die Gastronomie-Branche befindet sich in einer Krise. Trotz rückgängiger Sorgen rund um die Corona-Pandemie droht nun vielen Betrieben das Aus. Die Gründe dafür: die Teuerung, die den Bürgern sowie den Gastronomen massiv zu schaffen macht.

Hohe Spritpreise auch für die Gastro ein Problem

Mario Pulker, Gastronomie-Spartenobmann in der Wirtschaftskammer, schlägt Alarm und sieht schon bald viele Lokale vor dem Aus. Während sich die Hotellerie-Branche mittlerweile gut von den Krisen erholt hat, ist es für die Gastro besonders schwierig.

Laut einer Umfrage wollen 65 Prozent der Österreicher in der Gastronomie sparen. Die gestiegenen Spritpreise und die hohe Teuerungsrate in anderen Bereichen würden die Gastronomie demnach oft zu kurz kommen lassen. "Die Leute überlegen sich bei diesen Preisen zweimal, ob sie einen Tagesausflug mit dem Auto machen und dann auch in der Gastronomie einkehren", meint Pulker.

Tatsächlich berichten 60 Prozent der Gastronomen davon, dass die Gäste nun weniger Geld ausgeben würden. Viele Betriebe dürften demnach die Preise erhöhen. Überall sei dies aber nicht möglich. Speziell Landgasthäuser könnten, laut Pulker, nicht so einfach mehr verlangen. Jedoch sind diese von der Krise am meisten betroffen. "Das Dorfwirtshaus und die Beisln haben es unheimlich schwer", sagt Pulker und rechnet mit einer größeren Insolvenzwelle.

Oliver Fritz vom WIFO bestätigt Pulker in seinen Aussagen. Gegenüber dem Ö1-Mittagsjournal meint der Fachmann, dass die Menschen viel sparen müssen, aber möglichst wenig an ihrem Konsumverhalten ändern wollen. Während Urlaube demnach nicht verschoben werden, wird vor allem beim lebensnotwendigen, wie Essen, gespart.

Die Branche würde sich derzeit in einem Strukturwandel befinden, der ohnehin eine große Herausforderung ist. Staatliche Zuschüsse, wie sie die Gastronomie-Vertreter fordern, seien laut Fritz jedoch der falsche Schritt. Die Politik müsse, wie die Gastronomen, auf die Veränderungen in der Branche reagieren.

Mitarbeiter wollen demnach mehr Planbarkeit und mehr Flexibilität bei ihren Arbeitszeiten. Zudem wird eine bessere Möglichkeit der Kinderbetreuung in Tourismusregionen gefordert. Diese Baustellen gilt es nun für die Politik sowie die Branche zu bewerkstelligen, um der Krise entgegenzuwirken.

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