Niederösterreich

Gastro-Notstand! – "Gibt einfach keine Arbeitskräfte"

Der Personalmangel in der Gastronomie spitzt sich zu. Laut AMS hätten über ein Viertel der Jobsuchenden aber bereits gesundheitliche Probleme.

Isabella Nittner
Die Gastronomie kämpft mit einem Personalmangel.
Die Gastronomie kämpft mit einem Personalmangel.
Getty Images/iStockphoto

Der Hochblüte der Gastronomie wurde mit der Corona-Pandemie ein jähes Ende gesetzt. Seither kämpft man ums nackte Überleben. Die Entwicklungen der letzten drei Jahre mit Lockdowns, Ukraine-Krieg & Energiekrise machen es natürlich nicht einfacher.

Gastronomen verzweifelt

Seit längerer Zeit kommt in der krisengebeutelten Branche auch ein enormer Personalmangel hinzu, wie zahlreiche Wirts- und Caféhäuser gegenüber "Heute" schilderten – mehr dazu unter anderem hier und hier.

"Wir haben unsere Stelle für einen Service-Mitarbeiter jetzt seit mehreren Wochen ausgeschrieben, gekommen sind vielleicht zehn Leute. Und die waren allesamt nicht geeignet. Ich weiß nicht, was da los ist, aber offenbar gibt es einfach keine Leute. Dabei zahlen wir gut und verlässlich", schüttelt ein Barbesitzer aus dem Bezirk Tulln über die Personal-Situation den Kopf.

Auch die Wirtschaftskammer Niederösterreich berichtet von fehlenden Kellnern. Die Situation eines allgemeinen Mitarbeitermangels werde sich in Zukunft wohl kaum bessern, heißt es. Laut einer von der WKÖ in Auftrag gegebenen Studie werden bis 2040 in NÖ weitere 60.000 Arbeitsplätze unbesetzt sein.

Das meint das AMS

Seitens des AMS versucht man zu relativieren, auch wenn man sich der Problematik sehr wohl bewusst sei: Im Vergleich zum Jahr 2021 habe man die besetzten Stellen in der Gastronomie um 28 Prozent auf 7.027 steigern können. Dennoch seien beispielsweise bei Köchen mehr offene Stellen gemeldet, als es arbeitslose Köche gibt.

"Dem idealen Anforderungsprofil der Arbeitgeber_innen entsprechen nur etwa 10% der Bewerber_innen, die das AMS vermittelt."

27% schwer vermittelbar

Arbeitskräfte gäbe es grundsätzlich schon, heißt es seitens des AMS NÖ, eines der Hauptprobleme sei aber, dass mehr als ein Viertel – genau 27 Prozent – der Jobsuchenden gesundheitliche Probleme hätten und deshalb schwer vermittelbar seien.

Sandra Kern, stellvertretende Landesgeschäftsführerin des AMS NÖ
Sandra Kern, stellvertretende Landesgeschäftsführerin des AMS NÖ
www.charakterphotos.at/Philipp Monihart

"Der Arbeitskräftebedarf in der niederösterreichischen Gastronomie hält ungebrochen an. Unsere Erfahrung ist: Dem idealen Anforderungsprofil der Arbeitgeber_innen entsprechen nur etwa 10% der Bewerber_innen, die das AMS vermittelt. Wir suchen daher in Zusammenarbeit mit den Unternehmen nach neuen Wegen und Lösungen, um auch jenen Personen in ihrem Betrieb eine Chance zu geben, die prima Vista nicht ihrem Idealbild entsprechen. Daher die Bitte an die Unternehmen, uns weiterhin freie Stellen zu melden", so Sandra Kern, stellvertretende Landesgeschäftsführerin des AMS NÖ zu "Heute".

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