Gastro, Hotels zu: Stadt hilft bei Lehrlingsausbildung

Stadtrat Peter Hanke, Wirtschaftskammer-Präsident Walter Ruck, AK Präsidentin Renate Anderl und Bürgermeister Michael Ludwig (v. li. n. re.) mit Lehrlingen des Hotel Bellevue.
Stadtrat Peter Hanke, Wirtschaftskammer-Präsident Walter Ruck, AK Präsidentin Renate Anderl und Bürgermeister Michael Ludwig (v. li. n. re.) mit Lehrlingen des Hotel Bellevue.waff
Die Corona-Krise trifft die Gastro und Hotellerie hart, Lehrlingsplätze wackeln. Damit die Ausbildung weitergehen kann, springen waff und AMS ein.

Bis zumindest 6. Jänner müssen Gastronomie und Hotellerie noch geschlossen bleiben. Vielerorts steht alles still. "Es tut mir weh zu sehen, dass unsere Lehrlinge nicht wie gewohnt sehr viel, sondern viel zu wenig zu tun haben und damit vieles zurzeit nicht gelehrt werden kann", erzählt Brigitte Trattner, Generaldirektorin des Hotels InterContinental Wien.

Um Unterbrechungen oder gar Lehrabbrüche zu verhindern, haben waff und das AMS Wien auf Initiative der Sozialpartner ein Modell für Lehrbetriebe der Hotellerie und Gastronomie entwickelt, die auf Grund Corona bedingter Schwierigkeiten die Lehrausbildung nicht oder nur sehr schwer fortsetzen können. "Der worst case für die Lehrlinge wäre die Kündigung gewesen. Das wollten wir unbedingt verhindern. Denn uns ist es ein ganz großes Anliegen, dass unsere Lehrlinge weiterkommen und ihre Chancen intakt bleiben. Auch wenn die Zukunft in den Sternen liegt, irgendwann wird es wieder bergauf gehen. Wir sind daher sehr dankbar dafür, unsere Lehrlinge im Ausbildungsverbund Corona Wien parken zu können. Das ist eine sehr konkrete Hilfe in der schlimmsten Zeit", ist Ulrike Regenfelder–Gassner, General Manager des Hotel Bellevue dankbar.

Stadt stellt 2,8 Millionen Euro bereit

Der Kern des Modells: Die Ausbildung kann im Rahmen des Corona Wien Ausbildungsverbundes mit einer überbetrieblichen Lehrwerkstätte ohne Kosten für den Ausbildungsbetrieb für einen bestimmten Zeitraum weitergeführt werden. Die Ausbildungskosten für die Betriebe zahlen waff und AMS Wien gemeinsam. Die Kosten für das Lehrlingseinkommen übernimmt der waff zur Gänze. Die Stadt Wien nimmt für den Corona Wien Ausbildungsverbund insgesamt 2,8 Millionen Euro in die Hand. Die Gesamtkosten inklusive AMS Anteil betragen 7,2 Millionen Euro. 36 Betriebe mit 136 Lehrlinge haben den Corona Wien Ausbildungsverbund schon in Anspruch genommen.

Dass sie im Ausbildungsverbund ihre Lehre fortsetzen kann, schätzt die 17-jährige Kezia Ondreicska. Sie holt sich dort ihre Berufspraxis als angehende Restaurantfachfrau. "Anfangs war es schon ein bisschen komisch, so ganz ohne Gäste zu arbeiten. Aber ich bin trotzdem echt froh, neben dem Distance-Learning auch weiterhin einen praxisnahen Teil in der Ausbildung zu haben", erzählt sie. Sie lernt im zweiten Lehrjahr im Café Central. Im Hotel Bellevue kommt sie auch mit Lehrlingen anderer Betriebe zusammen, das ist für sie einer der größten Pluspunkte des Projekts. "Man lernt sehr viel von den Kollegen und wie es in anderen Betrieben so ist. Es ist schön, dass man sich untereinander austauschen kann", findet sie.

Corona-bedingte Lücken vermeiden

"Mit dem Corona Wien Ausbildungsverbund helfen wir doppelt: Der schwer angeschlagenen Wiener Hotellerie und Gastronomie, aber auch vielen jungen Wienerinnen und Wienern, die sich für eine Lehre in diesem Bereich entschieden haben", erklärt Bürgermeister Michael Ludwig. Gemeinsam mit Wirtschaftskammer Wien Präsident Walter Ruck, AK-Präsidentin Renate Anderl und Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke besuchte der Stadtchef kürzlich das Hotel Bellevue.

Ein wichtiger Punkt betrifft für Anderl auch soziale Aspekte: "Mit den Möglichkeiten des Ausbildungsverbundes bleiben die Lehrlinge auch in Kontakt mit anderen jungen Menschen, das ist gerade für Jugendliche wichtig. Ich bin sehr stolz darauf, dass die Stadt Wien und die Wiener Sozialpartner jungen Menschen in dieser Krise mit ganz konkreten Maßnahmen helfen."

"Gut ausgebildete Fachkräfte sind das Herz jedes Unternehmens, ganz besonders in der Gastronomie und Hotellerie. Nicht umsonst ist die hohe Qualität der Wiener Gastlichkeit und ihrer Unternehmen weltweit bekannt. Das haben wir zu einem guten Teil auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu verdanken. Diese hohe Qualität in der Ausbildung und in der Dienstleistung wird uns auch helfen gut aus der Krise zu kommen. Daher gilt es auch Corona-bedingte Lücken in der Ausbildung unbedingt zu vermeiden“, so Walter Ruck.

Ausbildung darf nicht Coronakrise zum Opfer fallen

Peter Hanke ergänzt: "Die Ausbildung von Fachkräften ist das Um und Auf für die nachhaltige Erholung der gesamten für unsere Stadt so zentralen Branche. Sie darf jetzt nicht der Coronakrise zum Opfer fallen".

"Der Ausbildungsverbund hilft uns in dieser Krise enorm. Wir sind sehr froh darüber, dass wir unseren Lehrlingen auch in Corona-Zeiten Fach- und Weiterbildung bieten können. Eine praxisnahe Ausbildung ist gerade in unserem Gewerbe sehr wichtig. Die Unterstützung ist eine sehr gute Investition für die Zukunft", freut sich Ulrike Regenfelder–Gassner, General-Manager im Hotel Bellevue über die Initiative.

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