Wien

"Gefährdern am Rad keinen Puderzucker ins Gesäß blasen"

Die Wiener FPÖ kritisiert die Radoffensive in Wien, warnt vor rücksichtslosen Radfahrern, die sich angeblich für "unsterblich" halten.
Thomas Peterthalner
04.04.2022, 17:00

Die Österreicher sollen mehr mit dem Fahrrad fahren: Bund und Länder wollen den Radverkehrsanteil von 7 auf 13 Prozent steigern. Im Wiener Rathaus findet derzeit der Österreichische Radgipfel statt. Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne), Mobilitätsstadträtin Ulli Sima (SP), Gemeindebund Präsident Alfred Riedl sowie Vorarlbergs Mobilitätslandesrat Daniel Zadra präsentierten dabei ein neues Zweirad-Paket.

Radweg-Offensive

Die Radfahrfördermittel des Bundes werden in diesem Jahr um 50 Prozent auf 60 Millionen Euro erhöht. Die Stadt Wien gab bereits im Februar eine "Mega-Radoffensive" bekannt. Radwege sollen ausgebaut sowie Verbindungen im Radwegenetz auf rund 14 Kilometern geschaffen werden, wir berichteten.Wien soll zur Vorzeige-Fahrradstadt werden – das gefällt aber nicht jedem. Den Verantwortlichen weht scharfe Kritik von blauer Seite entgegen. 

"Radfahrer halten sich für unsterblich!"

"Ich bin im Jahr 2021 über 8.000 Kilometer in Wien mit dem Radl gefahren und damit ca. doppelt so viel wie Leonore Gewessler und Ulli Sima zusammen in den vergangenen zehn Jahren", behauptet nun der Wiener FPÖ-Verkehrssprecher Anton Mahdalik. "Darum weiß ich aus eigener Erfahrung, dass das signifikant erhöhte Unfallrisiko vor allem bei Benutzern von E-Bikes bei geschätzten 90 Prozent am extrem rücksichtslosen Verhalten vieler Radfahrer liegt, die sich offenbar für unverletzlich bis unsterblich halten und Fußgänger sowie Auto- und Motorradfahrer bestenfalls als Verkehrsteilnehmer dritter Klasse betrachten", poltert der FPÖ-Abgeordnete. 

FP-Verkehrssprecher Mahdalik fährt selbst gerne mit dem Fahrrad. 
Denise Auer

"Puderzucker ins Gesäß blasen"

Die Wiener FPÖ werde daher weiter für ein gleichberechtigtes, friedliches Nebeneinander aller Verkehrsteilnehmer eintreten, "statt Gefährdern am Drahtesel weiter kiloweise Puderzucker ins Gesäß zu blasen", so der Wiener FPÖ-Verkehrssprecher. 

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