Wien

Wien soll künftig zur "Vorzeige-Fahrradstadt" werden

Bund, Länder und Gemeinden wollen den Radverkehr in Österreich stärken. Wien soll zur "Vorzeige-Fahrradstadt" werden, 44 Projekte stehen an.
Yvonne Mresch
04.04.2022, 13:28

Radfahren liegt im Trend: Im Rekordjahr 2021 wurden an den Radverkehrszählstellen der Stadt Wien mehr als 9,3 Millionen Radfahrer gezählt. Seit 2019 ist die Zahl der Wiener Radler um 13 Prozent gestiegen. Die Länge des Radverkehrsnetzes in der Hauptstadt beträgt stolze 1.661 Kilometer, 56.700 öffentliche Radabstellplätze stehen zur Verfügung.

All das soll künftig noch weiter ausgebaut werden - durch einen Schulterschluss von Bund, Ländern und Gemeinden. Im Rahmen des 13. Österreichischen Radgipfels, der derzeit in Wien stattfindet, präsentierten Klimaschutzministerin Leonore Gewessler, Mobilitätsstadträtin Ulli Sima, Gemeindebund Präsident Alfred Riedl sowie Vorarlbergs Mobilitätslandesrat Daniel Zadra ein neues Förderpaket. Das im nationalen Energie- und Klimaplan, Regierungsprogramm und MobilitätsMasterplan definierte Ziel: Die Steigerung des Radverkehrsanteils von 7 auf 13 Prozent.

Radfahrfördermittel auf 60 Millionen Euro erhöht

Die von Vertretern von Bund, Ländern und Gemeinden unterzeichnete Vereinbarung umfasst 10 Punkte. Unter anderem sollen Finanzmittel zur Radverkehrsförderung bereit gestellt, notwendige Infrastruktur gesichert, rechtliche, radverkehrsfreundliche Regelwerken geschaffen und vorangetrieben sowie die österreichische Radkultur durch bundesweite Motivationskampagnen gefördert werden. Die Radfahrfördermittel des Bundes werden dafür in diesem Jahr um 50 Prozent auf 60 Millionen Euro erhöht. Im Verkehr liege der Hebel für Klimaschutz und dort werde auch die Abhängigkeit von russischem Öl und Gas deutlich spürbar, betonte Klimaschutzministerin Gewessler. 

Querverbindungen, Radwege und Begrünung: Radoffensive in Wien

Die Stadt Wien gab bereits im Februar eine "Mega-Radoffensive" bekannt. Mitunter sollen Radwege in der Donaustadt massiv ausgebaut sowie Querverbindungen im Hauptradwegenetz auf rund 14 Kilometern geschaffen werden. Auf einer Länge von rund zwei Kilometern sind zusätzlich neue Radverbindungen geplant. Auch das Fahren gegen die Einbahn soll auf Teilabschnitten möglich sein, um die Radinfrastruktur zu verbessern. Entlang der Radwege plant die Stadt außerdem die Gestaltung von Plätzen und Straßenzügen durch Baumpflanzungen und Begrünungsmaßnahmen unter dem Motto "Raus aus dem Asphalt".

Sima: Wien soll zu "Vorzeige-Fahrradstadt" werden.

Mit 44 Projekten wolle man allein 2022 das Wiener Radwegenetz weiter ausbauen und qualitativ verbessern, erklärte Mobilitätsstadträtin Ulli Sima im Rahmen der Präsentation. "Das heute präsentierte Übereinkommen von Bund, Ländern und Gemeinden ist ein echter Booster für die Förderung des österreichischen Radverkehrs und wird unsere Mobilitäts- und Verkehrssysteme noch fitter für die Zukunft machen. Wir haben in Wien vor kurzem das größte Radwege-Ausbauprogramm in der Geschichte der Klimamusterstadt präsentiert und sind auf bestem Wege, eine echte Vorzeige-Fahrradstadt zu werden."

Noch bis 5. April findet im der Österreichische Radgipfel im Rathaus statt. Informationen zu der in Zusammenarbeit von Klimaschutzministerium, Stadt Wien und Mobilitätsagentur Wien veranstalteten Fachtagung finden Sie hier. Näheres zum Förderpaket erfahren Sie auf www.radelt.at

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