Mehrere Verdächtige sollen in Deutschland Einbürgerungstests für Leute gemacht haben, die das selbst nicht geschafft hätten. Im Oktober des letzten Jahres sind die Beamten dann auf einen sogenannten Vermittler gestoßen. Laut NTV hat dieser Mann andere Personen mit gefälschten Dokumenten zu Deutschprüfungen geschickt, damit die Prüfer den Schwindel nicht bemerken.
Wenn die Prüfung geschafft war, haben die eigentlichen Teilnehmer ein echtes Zertifikat bekommen. Das wurde dann bei den Behörden vorgelegt – entweder für eine Aufenthaltsgenehmigung oder für die Einbürgerung. Für die Organisation dieser Prüfungen mussten die Auftraggeber laut Polizei zwischen 2.500 und 6.000 Euro hinlegen.
Der Vermittler, der in Nürnberg seinen Sitz hatte, soll die "Stellvertreter" vor allem in Nordrhein-Westfalen angeworben haben. Bei dem Mann handelt es sich laut Polizei um einen 39-jährigen Iraker, der festgenommen wurde und jetzt in U-Haft sitzt. Im Jänner wurde außerdem ein 22-jähriger Deutscher erwischt, als er gerade so eine Prüfung für jemand anderen machen wollte.
Bei den anschließenden Hausdurchsuchungen in Nürnberg und Hamm haben die Beamten jede Menge Datenträger, gefälschte Aufenthaltstitel, Sprachtests, viel Bargeld und eine kleine Menge Drogen gefunden. Bereits im Dezember sind zehn weitere Leute in einer Sprachschule in Nordrhein-Westfalen aufgeflogen, als sie gerade für andere eine Prüfung abgelegt haben.