2. Phase des Krieges

Gefechte, Explosionen: Reporter über schlimme Gaza-Lage

Israel hat die Luft- und Bodenangriffe im Gazastreifen verstärkt. ORF-Korrespondent Tim Cupal sprach im "Ö1-Morgenjournal" über die aktuelle Lage.

Newsdesk Heute
Gefechte, Explosionen: Reporter über schlimme Gaza-Lage
Mit der Ausweitung der Bodeneinsätze im Gaza-Streifen hat laut Premier Netanjahu die "zweite Etappe des Krieges" begonnen.
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Am Samstagnachmittag hat das israelische Militär hat Bewohner im Norden des Gazastreifens erneut zur Evakuierung in den Süden des Gebiets aufgefordert. Mit der Ausweitung der Bodeneinsätze im Gaza-Streifen hat laut Premier Benjamin Netanjahu die "zweite Etappe des Krieges" begonnen. Ziel sei es, die militärischen Fähigkeiten der Hamas zu zerstören und die israelischen Geiseln nach Hause zu bringen, sagte er vor Journalisten.

"Dauergefechte, Lärm und Rauchwolken"

ORF-Korrespondent Tim Cupal sprach im "Ö1-Morgenjournal" über die aktuelle Lage. "Die israelischen Bodentruppen liefern sich im Zentrum und im Norden Gefechte mit Hamas-Terroristen. An der Grenze zu Gaza herrschen Dauergefechte, Lärm und Rauchwolken. Man hört immer wieder Bombardement durch Kampfjets. Auch werden weiterhin Raketenangriffe aus Gaza auf Israel, besonders auf die Städte im Süden abgefeuert. Die Operation soll laut Netanjahu mehrere Wochen lang dauern", erklärt er.

Ziel ist zum einen die Zerstörung der militärischen und politischen Fähigkeiten der Hamas. Als zweites Ziel wird immer wieder die Befreiung der Geiseln genannt. 240 Menschen befinden sich derzeit noch in der Gewalt der Hamas.

Geisel-Familien tragen gelbe Bänder

Angehörige der Geiseln sind skeptisch. Sie  fordern, dass diese zuerst befreit werden, bevor die Militäroperationen im Gaza ausgebaut werden. Die Geiselfamilien gewinnen damit immer mehr an Unterstützung. So werden gelbe Bänder an Autos gebunden oder an der Hand getragen als Zeichen der Solidarität. Ein riesiger Banner mit der Aufschrift "Bring them back home" hängt in der Nähe vom alten Hafen in Jaffa.

Die palästinensische Zivilbevölkerung wurde mehrmals aufgefordert in den Süden zu fliehen.Die Hamas versucht das zu verhindern. Viele Menschen trauen sich laut Cupal nicht mehr und haben durch die Dauerangriffe Angst, alles zu verlieren.

Biden fordert mehr Hilfe für Gaza

Eine Österreicherin von "Ärzte ohne Grenzen", die sich im Süden des Gaza-Streifens befindet, hat auch von Bombardements im Süden berichtet.

Zudem kommt massiver Druck aus dem Weißen Haus. US-Präsident Joe Biden fordert mehr humanitäre Hilfe für Gaza. In einem Telefonat mit Netanjahu forderte er, die Versorgung des Gazastreifens müsse "deutlich und sofort" erhöht werden. Nur so könne der Bedarf der Zivilbevölkerung gedeckt werden.

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    Das israelische Militär fliegt nun fast täglich Vergeltungsschläge auf den Gazastreifen.
    Das israelische Militär fliegt nun fast täglich Vergeltungsschläge auf den Gazastreifen.
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    red
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