Es handelt sich um den ältesten Cold Case, also ungeklärten Fall, der USA. Letztmals gesehen wurde Kyle C. an einem Jännertag 1976 in Troup County im Bundesstaat Georgia. Er war damals 22 Jahre alt und an jenem Tag auf dem Weg zur Uni im rund 45 Minuten entfernten Auburn, Alabama. Nun wurden ein Auto und Knochen gefunden, die im Zusammenhang mit dem Verschwinden von C. stehen sollen. Es wären die ersten handfesten Hinweise seit 45 Jahren darauf, was damals geschehen ist.
Beim gefundenen Auto handelt es sich um einen Ford Pinto. Er wurde aus einem Bach rund 35 Kilometer nordöstlich von Auburn geborgen. Die Knochen werden nun auf DNA-Spuren untersucht. Im Auto fanden die Ermittler und Ermittlerinnen zudem persönliche Gegenstände des Vermissten, darunter Identitätskarten. Über den Fund hat das Onlineportal Daily Beast berichtet.
Dass C. Opfer eines Verbrechens wurde, scheint den Behörden schon länger klar zu sein. Die Ermittlungen kommen jedoch seit Jahrzehnten nicht mehr richtig voran. 2005 kam es zu zwei Verhaftungen im Fall. Allerdings stellte sich später heraus, dass es sich dabei um Falschaussagen handelte. Zwei Männer hatten behauptet, dass sie als Kinder gesehen hätten, wie die Leiche Kyles in einem Betonfass versenkt worden war. Die Behörden wurden im Teich, in dem das Fass versenkt worden sein sollte, jedoch nie fündig und die beiden wurden 2013 aus der Haft entlassen.
Dementsprechend verzweifelt zeigte sich die Polizei bis zum Fund am vergangenen Dienstag. "Wir haben Seen abgepumpt. Wir haben hier gesucht und dort gesucht, haben diese Theorie verfolgt und jene Theorie wieder verworfen – immer wieder kam nichts dabei heraus", erklärte der verantwortliche Sheriff, James Woodruff, jüngst an einer Pressekonferenz. Der Auto- respektive Knochenfund könnte nun Licht ins Dunkel bringen. Die Verantwortlichen wollen den Bach nun nach weiteren Spuren absuchen.