Ukraine

Geheimer Plan für Atom- und Chemie-Abwehr in Ukraine

Nato-Chef Jens Stoltenberg kündigt Hilfe für die Ukraine im Krieg an, will besondere "Materialien" schicken und verurteilt Chinas Verhalten scharf.
23.03.2022, 22:53

Bei einer Pressekonferenz vor dem geplanten Ministertreffen der Nato-Mitgliedstaaten hat der Chef des Bündnisses, Jens Stoltenberg, Hilfe für die Ukraine angekündigt, die auch Materialien beinhalten soll, die das Land gegen chemische, biologische und sogar nukleare Angriffe schützen soll. Weitere Details gab der Norweger nicht bekannt, nun herrscht Rätselraten über den Abwehrplan. Das Gipfeltreffen soll den ganzen Mittwoch andauern. Für Donnerstag wird eine Ankündigung erwartet.

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Zudem verurteilte der Nato-Chef das Verhalten Chinas im Ukraine-Krieg scharf. Peking würde mit "himmelschreienden Lügen" Moskau unterstützen. "Die Verbündeten sind besorgt, dass China die russische Invasion auch mit Material unterstützen könnte", sagte Stoltenberg am Mittwoch in Brüssel vor einem Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs. US-Präsident Joe Biden hatte China in einem solchen Fall "Konsequenzen" angedroht und auf die Sanktionen gegen Russland verwiesen.

"Spiel mit unseren Ängsten"

Vor allem ein chemischer Angriff liege im Bereich des Möglichen, sagte der österreichische Militärexperte und Politikwissenschaftler Gustav Gressel am Dienstagabend im ORF. Bei chemischen Waffen sei der Einsatznachweis schwierig, so Gressel. Setze Putin Chemiewaffen ein, würde ihm das zudem Zeit für die Planung einer Offensive geben, während der Westen mit dem Chemieangriff beschäftigt sei. Eine Großoffensive hielt Gressel Mitte bis Ende April für möglich.

Den Einsatz von Atomwaffen hielt der Experte derzeit dagegen für ein "psychologisches Spiel mit unseren Ängsten", die Drohung damit sei die letzte Waffe, die Putin zur Verfügung stünde. Allerdings: Greife die NATO ein und schlage die russischen Truppen so vernichtend, dass Russland vor einem existenziellen Problem stehe, sehe auch das anders aus.

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