Selbst der jemenitische Innenminister weiß nicht mit Sicherheit, ob der entführte Österreicher Dominik N. in seinem Land von der Al-Kaida oder Stammesangehörigen festgehalten wird. Das sagte Abdulkader Kahtan jedenfalls gegenüber der "Kronen Zeitung" und stellte klar, dass man nicht mit Terroristen verhandle. Demnach wurden zwei Männer aus dem Umfeld der Geiselnehmer festgenommen, was vom Außenministerium in Wien weder bestätigt noch dementiert wird.
Selbst der jemenitische Innenminister weiß nicht mit Sicherheit, , was vom Außenministerium in Wien weder bestätigt noch dementiert wird.
"Unsere Spezialeinheiten konnten im Umfeld der Entführer zwei Männer verhaften, die sie mehr oder weniger direkt bei ihren Vorhaben unterstützt haben. Sie wurden bei einer Razzia in der Provinz Hadramaut gefasst. Mehr kann ich dazu aber noch nicht sagen", sagte Kahtan. Außenamts-Sprecher Martin Weiss wollte zu dieser neuen Meldung keinen Kommentar abgeben, da dies die laufenden Ermittlungen betreffe: "Wir können das weder bestätigen noch dementieren wir es."
Zum am gestrigen Donnerstag, das die österreichische Geisel selbst in einem Video verkündet hatte, sagte der jemenitische Innenminister: "Natürlich hoffen wir, dass die Kidnapper die Drohung nicht wahr werden lassen."
"Wir hoffen, dass Dominik bald wieder frei ist. Dennoch: Der Jemen verhandelt nicht mit Terroristen und zahlt kein Lösegeld, das macht erpressbar", stellte der Minister demnach fest. Eine Lösegeldzahlung hatte auch das österreichische Außenministerium öffentlich ausgeschlossen.
Kahtan schloss nicht aus, dass auch ein Video mit den beiden Finnen, die zugleich mit dem Österreich entführt wurden, auftauchen könnte. Zur Frage, ob sich die drei an einem Ort aufhalten, wollte sich der Innenminister aus Sicherheitsgründen nicht äußern.
Dominik N. war am 21. Dezember gemeinsam mit dem Paar aus Finnland mitten in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa verschleppt worden. Augenzeugen berichteten, dass die drei auf dem Tahrir-Platz von bewaffneten Männern in ein Auto gezerrt worden seien.
Laut Berichten wurden sie angeblich von Angehörigen des Khawlan-Stammes gekidnappt, jemenitischen Behörden bestätigten am 3. Jänner auch die Region Khawlan bei Sanaa als Aufenthaltsort. Am 15. Jänner hieß es aus jemenitischen Regierungskreisen, die Geiseln seien an den Al-Kaida-Ableger im Jemen verkauft und nach Bayda im Südwesten gebracht worden. Ende Jänner hieß es dann, die jemenitische Armee habe ihre laufenden Kampfhandlungen mit der Al-Kaida ausgesetzt, um Freilassungs-Verhandlungen zu ermöglichen bzw. zu erleichtern. Hadramaut liegt im Osten; die Provinz erstreckt sich von Nord nach Süd über den ganzen Jemen, sie grenzt auch an den Oman und den Golf von Aden.
Am 21. Februar war auf dem Internetportal YouTube eine Video veröffentlicht worden, in dem Dominik N. an die Regierungen des Jemen, Österreichs und anderer Staaten appellierte, die Lösegeldforderungen seiner Entführer zu erfüllen - ansonsten werde er binnen sieben Tagen getötet. Laut Außenministerium handelte es sich dabei um das erste Lebenszeichen seit der Entführung. Das Video sei authentisch, hieß es.
Ein kleines österreichisches Team aus Sicherheitsleuten und Diplomaten ist im Jemen, um sich dort mit den jemenitischen Stellen sowie mit einem finnischen Team und EU-Vertretern zu koordinieren und auch Druck zu machen. Die jemenitische Regierung verlautbarte am heutigen Freitag laut "Yemen Post", dass sie unermüdlich arbeite um Dominik N. freizubekommen. Offizielle wollten sich jedoch nicht näher zum Stand der Vermittlungsversuche äußern.
Am Mittwoch dieser Woche veröffentlichte die Familie von Dominik N. ein Video auf YouTube. Vater Josef N. meinte darin: "Im Namen der engsten Familie Dominiks, die mich hier umgibt, bitte ich eindringlich um eine rasche und unversehrte Freilassung meines Sohnes." Dominiks Mutter, die einen Schleier trug, ergänzte unter Tränen: "Ich flehe Sie an, meinen Sohn seiner Familie wiederzugeben."