Wer in diesen Tagen sein Auto nach einer Nacht im Freien vorfindet, traut oft seinen Augen nicht: Überall kleine gelbe Flecken auf Lack und Scheiben. Die meisten denken sofort an Blütenstaub - doch die wahre Ursache ist eine ganz andere.
Hinter den mysteriösen gelben Spritzern stecken nämlich Honigbienen. Nach der langen Winterruhe, in der sich die Tiere in ihrem Stock zurückziehen und nicht koten, starten sie im Frühling ihren sogenannten Reinigungsflug - und entleeren dabei ihre prall gefüllte Kotblase.
Wie chip.de berichtet, fliegt dabei oft das gesamte Bienenvolk an einem einzigen Tag aus. Schon ab etwa zehn Grad und Sonnenschein geht es los. Ein einzelnes Volk kann im Frühling rund 5.000 Tiere umfassen - da kommen auf einen Schlag Tausende kleine Kot-Pakete zusammen.
So harmlos die Flecken aussehen, so problematisch können sie für den Autolack werden. Im Bienenkot stecken Enzyme wie Pankreatin, die in Kombination mit UV-Licht und Witterung die Oberfläche angreifen. Zuerst kommt es zu Verfärbungen, später kann der Lack aufweichen und Risse bilden.
Frischer Bienenkot lässt sich einfach mit einem feuchten Tuch abwischen. Ist er bereits eingetrocknet, solltest du die betroffene Stelle mit Insektenreiniger vorbehandeln. Nach etwa fünf Minuten Einwirkzeit den Schaum mit einem Hochdruckreiniger entfernen und das Auto danach normal waschen.
So ärgerlich die gelben Flecken auch sind - sie haben auch eine gute Seite: Sie sind ein Zeichen dafür, dass ein Bienenvolk den Winter überlebt hat. Mit jedem Reinigungsflug beginnt ein neues Bestäubungsjahr, das am Ende für die Früchte des Sommers sorgt.