Geld macht nicht glücklich? Doch, sagen Forscher

Laut amerikanischer Studien steigt die Zufriedenheit mit dem Einkommen.
Laut amerikanischer Studien steigt die Zufriedenheit mit dem Einkommen.Getty Images/iStockphoto
Bisher hieß es immer, dass Geld alleine nicht glücklich macht und tröstete über so manches Minus am Konto hinweg. Nun sagen Forscher das Gegenteil.

In der Wissenschaft gibt es die sogenannte Glücksforschung, die den proportionalen Zusammenhang zwischen dem Jahres-Bruttoeinkommen und der Lebenszufriedenheit studiert. Demnach hieß es bis vor kurzem noch, dass Glück nur bis zu einem gewissen Grad durch das verdiente Geld aufträte und ab einem Schwellenwert von zirka 75.000 US-Dollar pro Jahr stagniert. Soll heißen, ab dem Zeitpunkt der finanziellen Unabhängigkeit und Absicherung sei es völlig egal, ob das Konto weiterwächst und hätte auf das persönliche Glücksempfinden keinen Einfluss mehr. Psychologe Matthew Killingsworth von der University of Pennsylvania widerspricht nun dieser These und meint, dass das Wohlempfinden durchaus mit dem wachsenden Bruttoeinkommen steigt.

Mehr Kontrolle über das eigene Leben

Einer der Gründe sei laut dem Psychologen, dass Reichtum mehr Kontrolle über das eigene Leben zulässt. Auch ein Soziologe aus Magdeburg (Deutschland). Jan Delhey gibt Killingsworth recht, meint aber auch, dass seine Studie nicht auf den deutschen Markt umzulegen sei, da die US-Bevölkerung wesentlich wettbewerbsorientierter und materialistischer sei. Es passt aber auf eine deutsche Studie aus 2020, in der Millionäre aus Deutschland die größte Lebenszufriedenheit aufwiesen.

Beschenken macht glücklich

Delhey fügte aber noch hinzu das ein Hauptfaktor des "Glücks" gar nicht so sehr die Summe am Konto sei, sondern wofür man es ausgibt. Sich besondere Erlebnisse leisten, oder auch andere beschenken zu können macht viel zufriedener, als das Geld nur für sich auszugeben. Die Ergebnisse sind aber "nur" Faustregeln und wie immer, gibt es kreuzunglückliche Milliardäre und vollends zufriedene aus der sozialen Unterschicht - denn auch "Glück" kann eine Frage der Einstellung sein.

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