Hass im Netz

Gelder gestrichen! Opferschutzstelle Zara vor dem Aus

Die Opferschutzstelle Zara verliert überraschend Fördergelder des Bundes und muss ihre Hilfe für neue Fälle sofort stoppen.
Newsdesk Heute
20.04.2026, 12:03
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Für viele Betroffene ist es ein harter Schlag: Die bekannte Beratungsstelle Zara schränkt ihre Hilfe gegen Hass im Netz drastisch ein. Neue Fälle werden ab sofort nicht mehr angenommen, bis Ende Juni droht sogar die komplette Schließung.

Auslöser ist nach eigenen Angaben ein Förderstopp des Bundeskanzleramts unter der politischen Verantwortung von Integrationsministerin Claudia Bauer (früher Plakolm). Bisher wurde der Verein seit 2018 mitfinanziert, zuletzt mit rund 330.000 Euro jährlich, berichtet der "Standard". Laut Ministerium sind "budgetäre Gründe" und "Sparmaßnahmen" ausschlaggebend. Gleichzeitig verweist man darauf, dass Gewaltschutz eine Aufgabe mehrerer Ressorts sei.

Für Zara kommt das völlig überraschend. Der Verein hatte bereits Geld vorstrecken müssen, da die Förderung üblicherweise rückwirkend ausbezahlt wird. Nun bleibt ein Loch, das nicht mehr gestopft werden kann. Die Folge: Kündigungen für alle Mitarbeiter und ein massiver Einschnitt im Angebot.

"Das entstandene finanzielle Defizit zwingt den Verein nun dazu, die Beratungsangebote #GegenHassimNetz und !GegenRassismus massiv einzuschränken. Neue Fälle werden von ZARA ab sofort nur noch dokumentiert. Beratungsleistungen kann der Verein für neue Meldungen derzeit nicht mehr anbieten", informiert die Beratungsstelle. Bestehende Fälle sollen vorerst weiter betreut werden.

Einzige Beratungsstelle bei Hass im Netz

Besonders brisant: Zara gilt als zentrale Anlaufstelle in Österreich für Opfer von Online-Hass und Rassismus. Neben psychosozialer Unterstützung gibt es auch spezialisierte Rechtsberatung. Über 70 Prozent der Betroffenen sind Frauen.

Zusätzlich hat Zara eine besondere Rolle im Netz: Als sogenannter "Trusted Flagger" kann der Verein problematische Inhalte bei Plattformen schneller löschen lassen. Fällt diese Funktion weg, könnte sich der Kampf gegen Hass im Netz weiter erschweren.

Im Verein sieht man ein grundlegendes Problem: Antidiskriminierungsarbeit sei chronisch unterfinanziert. Kurzfristige Förderungen würden langfristige Arbeit fast unmöglich machen: "Beratungsarbeit ist kein Projekt mit fixem Enddatum. Der Schutz von Betroffenen und der Einsatz gegen Hass im Netz und Diskriminierung muss finanziert werden. Und zwar ausreichend, langfristig und planbar."

{title && {title} } red, {title && {title} } 20.04.2026, 12:03
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