Ab 2027 sollen EU-Bürger ihre wichtigsten Dokumente bequem am Smartphone speichern können – von Reisepass über Führerschein bis hin zu Verträgen. Möglich macht das die sogenannte EUDI-Wallet.
Doch während die digitale Brieftasche als großer Zukunftsschritt gilt, zeigt sich bei der Bevölkerung ein deutliches Wissensdefizit.
Laut einer aktuellen Umfrage hat mehr als die Hälfte der Befragten noch nie von der EUDI-Wallet gehört. Weitere 18 Prozent kennen zwar den Begriff, können ihn aber nicht einordnen.
Nur ein Fünftel weiß überhaupt, worum es geht – und lediglich fünf Prozent trauen sich zu, das Konzept genauer zu erklären. Für Experten ist das ein klares Warnsignal.
Wie aus einer Studie des Branchenverbands Bitkom hervorgeht, sieht dessen Präsident Ralf Wintergerst dringenden Aufklärungsbedarf.
Die digitale Wallet soll künftig weit mehr können als nur Ausweise speichern: Auch Zeugnisse, Versicherungsnachweise oder Verträge könnten zentral und sicher digital hinterlegt werden.
In der Wirtschaft wächst der Druck, das Projekt rasch umzusetzen. Mehr als 75 Unternehmen haben bereits eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet, um die Einführung zu beschleunigen.
Denn die Vorgabe der EU ist klar: Bis Ende 2026 muss jeder Mitgliedstaat eine eigene digitale Identitätslösung bereitstellen. Österreich spielt dabei eine wichtige Rolle. Die bestehende ID Austria gilt als Vorzeigemodell und wird in die europäische Lösung eingebunden.
Für Wintergerst steht fest, dass es sich um eine der wichtigsten technologischen Entwicklungen der kommenden Jahre handelt. Damit die EUDI-Wallet jedoch tatsächlich im Alltag ankommt, brauche es vor allem eines: mehr Information und Vertrauen in die neue digitale Identität.